Agile Kennzahlen für dynamische Transformation

Autor: Roman Mayr

Agile Kennzahlen für dynamische Transformation

Agile Transformation ·

Agile Kennzahlen festlegen: Ein Erfolgsfaktor für die Transformation

In der agilen Transformation spielt die Definition von passenden Kennzahlen (Key Performance Indicators, KPIs) eine entscheidende Rolle. Sie ermöglichen es, Fortschritte messbar zu machen und verbessern somit die Steuerung von Prozessen hin zu mehr Flexibilität und Kundennutzen. Ohne klar definierte KPIs droht die Gefahr, dass die Transformation ins Stocken gerät oder ineffizient abläuft.

Typische Fehler bei der Definition von agilen KPIs

Ein häufiger Fehler besteht darin, traditionelle Leistungskennzahlen unreflektiert auf agile Arbeitsmethoden zu übertragen. Beispielsweise werden oft Projektabschlusszeiten oder Budgettreue als primäre Messgrössen herangezogen. Diese Werte liefern jedoch in einem agilen Umfeld nur bedingt sinnvolle Informationen, da Flexibilität und Anpassungsfähigkeit Vorrang haben. Stattdessen sollten KPIs gewählt werden, die Lernfortschritte und Verbesserungen fokussieren, wie etwa die Durchlaufzeit (Cycle Time) oder die Anzahl der umgesetzten Kundenvorschläge.

Ein weiterer typischer Fehler ist die zu starke Betonung von quantitativen Leistungskennzahlen auf Kosten qualitativer Aspekte. Zwar sind messbare Ziele wichtig, qualitative Bewertungen jedoch ebenfalls entscheidend, um den tatsächlichen Mehrwert für den Kunden zu erfassen. So kann eine geringe Kundenbeschwerderate trotz exzellenter Erfüllung interner KPIs auf eine Marktentfremdung hinweisen. Das Gleichgewicht zwischen quantitativen und qualitativen Kennzahlen zu finden, ist daher essenziell.

Ein dritter Fehler liegt in der starren Festlegung von KPIs ohne regelmässige Überprüfung und Anpassung. Da agile Prozesse dynamisch und iterativ sind, sollten die Kennzahlen ebenfalls regelmässig hinterfragt werden. KPIs müssen sich an die sich ändernden Anforderungen und Prioritäten anpassen. Ein starres Festhalten an einmal festgelegten Kennzahlen kann den Lerneffekt behindern und den Fortschritt der Transformation gefährden.

Praktisches Vorgehen zur Definition agiler KPIs in 14–30 Tagen


  1. Initiale Bestandsaufnahme (Tage 1-5): Zu Beginn sollten Sie den Ist-Zustand Ihrer Prozesse und bisherigen KPIs analysieren. Welche Kennzahlen nutzen Sie aktuell und welche Informationslücken bestehen? Führen Sie Interviews mit relevanten Stakeholdern durch, um deren Bedürfnisse und Einschätzungen zu sammeln.
  2. Zieldefinition und Priorisierung (Tage 6-10): Bestimmen Sie, welche spezifischen Ziele Ihre agile Transformation unterstützen soll. Priorisieren Sie diese Ziele und identifizieren Sie, welche davon mit KPIs messbar gemacht werden können. Denken Sie daran, sowohl Prozesseffizienz als auch Kundennutzen zu berücksichtigen.
  3. Definition agiler KPIs (Tage 11-15): Entwickeln Sie zusammen mit einem Team aus verschiedenen Abteilungen geeignete KPIs. Stellen Sie sicher, dass es eine Mischung aus quantitativen und qualitativen Kennzahlen gibt und dass diese flexibel gestaltbar sind. Diskutieren Sie über mögliche Metriken wie Kundenzufriedenheit, Innovationsrate oder Anpassungsfähigkeit der Prozesse.
  4. Implementierung und Testphase (Tage 16-30): Starten Sie eine Testphase mit den neu definierten KPIs. Setzen Sie Pilotprojekte ein, um die Praktikabilität und Aussagekraft der Kennzahlen zu überprüfen. Sammeln Sie frühzeitig Feedback aus den Teams und passen Sie die KPIs bei Bedarf an. Eine retrospektive Analyse nach dem ersten Monat kann helfen, initiale Erkenntnisse zu gewinnen und frühzeitig Anpassungen vorzunehmen.

Durch dieses strukturierte Vorgehen etablieren Sie ein System, das die agile Transformation Ihres Unternehmens fördert und optimal begleitet. Indem Sie typische Fehler vermeiden und regelmässige Anpassungen vornehmen, schaffen Sie eine Umgebung, in der Teams flexibel und zielgerichtet arbeiten können.