Agile Skalierung für KMU: Erfolgsfaktoren erkennen

Autor: Roman Mayr

Agile Skalierung für KMU: Erfolgsfaktoren erkennen

Agile Transformation ·

Agile Skalierung für Schweizer KMU: Erfolgsfaktoren und Fallstricke

Die Agilisierung eines Unternehmens hört nicht bei der Einführung agiler Methoden in einzelnen Teams auf. Besonders für Schweizer KMU, die ihre agile Transformation auf Unternehmensebene erfolgreich gestalten möchten, ist das Thema der agilen Skalierung von grosser Bedeutung. Der Kern dieses Vorhabens liegt in der ganzheitlichen Implementierung agiler Prinzipien über sämtliche Bereiche und Prozesse hinweg. Dabei sind zahlreiche Herausforderungen zu meistern, um den Prozess reibungslos und effektiv zu gestalten.

Typische Fehler bei der agilen Skalierung


  1. Unzureichende Kommunikation zwischen Ebenen:
Ein häufig gemachter Fehler ist die fehlerhafte oder unzureichende Kommunikation zwischen den verschiedenen Managementebenen und den operativen Teams. Oftmals bleibt die strategische Vision des Managements nicht bis zum operativen Mitarbeiter transparent. Die Korrektur liegt in der Einführung regelmässiger interdisziplinärer Meetings. Diese können wöchentlich oder monatlich angesetzt werden, um Informationen klar und zeitnah zu kommunizieren und Rückmeldungen zeitnah eingehen zu lassen.
  1. Zu schnelle Umsetzung ohne Anpassung der Unternehmenskultur:
Der Versuch, agile Skalierung schnell umzusetzen, scheitert oft an der bestehenden Unternehmenskultur, die Veränderungen nicht hinreichend unterstützt oder sogar aktiv behindert. Kulturveränderung braucht Zeit und gezielte Massnahmen. Eine Korrektur erfolgt über gezielte Schulungen, beginnend mit den Führungskräften. Workshops zur Sensibilisierung und Förderung einer agilen Denkweise sind effektive Hilfsmittel, die kontinuierlich angeboten werden sollten.
  1. Vernachlässigung des individuellen Teamkontexts:
Ein weiteres Problem ist der universelle Ansatz der Skalierungsmethoden, welcher individuelle Teamstrukturen und deren spezifischen Bedürfnisse ignoriert. Teams arbeiten unter unterschiedlichen Bedingungen und haben jeweils eigene Dynamiken. Eine Lösung besteht darin, Teams bei der Auswahl und Anpassung agiler Praktiken mitbestimmen zu lassen, wodurch eine höhere Akzeptanz und bessere Ergebnisse erzielt werden können.

Handlungsanleitung für die kommenden 14–30 Tage

In den nächsten Wochen sind konzertierte Schritte erforderlich, um die agile Skalierung einzuleiten und erste Erfolge sichtbar zu machen:

  • Woche 1-2: Diagnosephase
Beginnen Sie mit einer Statusanalyse der aktuellen agilen Praktiken und ihrer Auswirkungen. Führen Sie dazu Workshops mit Schlüsselpersonen aus verschiedenen Bereichen durch, um deren Perspektiven und Herausforderungen zu sammeln.
  • Woche 2-3: Kommunikationsstruktur entwickeln
Etablieren Sie klare Kommunikationskanäle und -praktiken. Richten Sie regelmässige Meetings zwischen Management, Produktverantwortlichen und operativen Teams ein. Ein einfaches, aber effektives Mittel ist die Einführung von wöchentlichen All-Hands-Meetings oder kurzen Briefings.
  • Woche 3-4: Schulung und kulturelle Anpassung
Organisieren Sie erste Schulungen und Workshops zur agilen Denkweise, die speziell auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten sind. Beginnen Sie mit einer Kerngruppe von Führungskräften, um deren Vorbildfunktion zu stärken.
  • Langfristige Planung
Da eine vollständige kulturelle Anpassung mehr Zeit erfordert, sollten die nächsten Schritte in einem realistischen Zeitrahmen zur weiteren Überprüfung und Anpassung der Prozesse kontinuierlich geplant werden.

Dies ist lediglich der Beginn eines umfassenden Transformationsprozesses. Die agile Skalierung kann nicht über Nacht geschehen, aber mit diesen gezielten ersten Schritten sind Schweizer KMU gut aufgestellt, um die langfristigen Vorteile der Agilität zu realisieren.