Automatisierte Qualitätskontrolle mit Computer Vision

Autor: Roman Mayr

Automatisierte Qualitätskontrolle mit Computer Vision

Computer Vision ·

Computer Vision spielt eine zunehmend wichtige Rolle in der Qualitätskontrolle und Automatisierung in der Industrie. Zwei besonders relevante Anwendungsgebiete sind die Identifikation von Defekten und die optische Zeichenerkennung (OCR). Während der Einsatz solcher Technologien Effizienzsteigerungen verspricht, gibt es in der Praxis einige Herausforderungen und typische Fehler, die die Implementierung erschweren können. Dieser Artikel beleuchtet solche Fehler und bietet praktische Lösungen sowie eine Anleitung für die Optimierung dieser Prozesse innerhalb von 14 bis 30 Tagen.

Typische Fehler in der Fehlererkennung


  1. Ungenaue Kalibrierung der Hardware
Häufig resultieren fehlerhafte Defekterkennungen aus einer ungenügenden Kalibrierung der eingesetzten Kamera-Systeme. Ungenauigkeiten bei der Beleuchtung oder beim Fokus können eine verzerrte Bildwiedergabe zur Folge haben, was die Effektivität der Defekterkennung beeinträchtigt. Um dies zu beheben, sollte eine regelmässige Neukalibrierung der Kamera-Systeme vorgenommen werden. Dabei wird überprüft, ob die Kameraparameter optimal auf das zu inspizierende Produkt eingestellt sind.
  1. Unzureichende Datenbasis für maschinelles Lernen
Ein weiterer häufiger Fehler ist der Einsatz unzureichender oder qualitativ minderwertiger Trainingsdaten für maschinelle Lernsysteme. Wenn das System nicht mit einer ausreichenden Menge diverser Daten gefüttert wird, steigt die Fehlerrate bei der Defekterkennung signifikant. Eine systematische Erhebung und Pflege einer umfangreichen und repräsentativen Datenbasis ist entscheidend. Ziel ist es, der Lernalgorithmus mit Variationen von Defekten zu konfrontieren, um die Erkennungsfähigkeit zu verbessern.

Typische Fehler in der optischen Zeichenerkennung (OCR)


  1. Schlechte Bildqualität
Einer der häufigsten Fehler bei der OCR-Implementierung ist die fehlerhafte Erkennung aufgrund einer minderwertigen Bildqualität. Ein unscharfes oder schlecht beleuchtetes Bild erschwert die korrekte Erkennung von Zeichen. Die Lösung hierfür besteht in der Verbesserung der Bildaufnahmebedingungen. Dazu gehören die Optimierung der Beleuchtung und der Einsatz von Kameras mit höherer Auflösung.
  1. Unzureichende Vorverarbeitung der Bilder
Oft wird der Schritt der Vorverarbeitung von Bildern vernachlässigt, was jedoch eine wichtige Grundlage für effektive OCR-Ergebnisse darstellt. Hierbei geht es um die Bereinigung der Bilder von Rauschen und die Verbesserung des Kontrastes. Durch den Einsatz von Filtertechniken und Kontrasterhöhungsmethoden kann die Basis für eine verbesserte OCR-Leistung geschaffen werden.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage

In den ersten 14 Tagen:


  • Kalibrierung und Testläufe: Nehmen Sie sich Zeit für eine gründliche Kalibrierung Ihres Kamera-Systems. Führen Sie erste Testläufe durch, um die Auswirkungen unterschiedlicher Beleuchtung und Fokus-Einstellungen zu untersuchen.
  • Datenanalyse und -erweiterung: Beginnen Sie mit der Prüfung Ihrer bestehenden Datenbasis. Identifizieren Sie eventuelle Lücken in den vorhandenen Daten und ergänzen Sie diese durch gezielte Erfassung neuer Variationen.

In den anschliessenden 16 Tagen:


  • Optimierung der OCR-Bedingungen: Verbessern Sie die Bildaufnahmebedingungen durch die Anpassung von Beleuchtung und Kameraspezifikationen. Erwägen Sie den Einsatz einer höheren Auflösung oder zusätzlicher Beleuchtungsquellen.
  • Implementierung von Vorverarbeitungstechniken: Integrieren Sie bewährte Filter- und Kontrasttechniken, um die Bildverarbeitung vor der OCR zu optimieren.

Durch die systematische Abstellung dieser typischen Fehler und die Befolgung der Handlungsanleitung können Sie die Effektivität Ihrer Computer-Vision-Anwendungen deutlich verbessern. Ein gezielter Ansatz und regelmässige Kontrollen helfen dabei, die Identifikation von Defekten und das OCR bei Ihnen im Betrieb auf das nächste Level zu heben.