Automatisierung und RPA: ROI sachgerecht ermitteln

Autor: Roman Mayr

Automatisierung und RPA: ROI sachgerecht ermitteln

Automatisierung & RPA ·

Return on Investment bei Automatisierung und RPA korrekt berechnen

Die Berechnung des Return on Investment (ROI) für Automatisierung und Robotic Process Automation (RPA) ist entscheidend, um den Erfolg solcher Initiativen zu bewerten und sicherzustellen, dass sie zu den gewünschten geschäftlichen Vorteilen führen. Ein klarer ROI ist essenziell, um die Rentabilität und Effektivität der eingesetzten Technologien objektiv beurteilen zu können.

Typische Fehler bei der ROI-Berechnung

Unzureichende Berücksichtigung aller Kosten: Ein häufiger Fehler bei der ROI-Berechnung im Kontext von Automatisierung und RPA ist die Vernachlässigung aller anfallenden Kosten. Oftmals werden nur die direkten Anschaffungs- und Implementierungskosten in Betracht gezogen, während laufende Wartungs- und Betriebskosten, Schulung der Mitarbeitenden sowie Anpassungen an bestehende Systeme übersehen werden.

Unrealistische Einsparungserwartungen: Der zweite typische Fehler liegt in der Annahme unrealistischer Effizienzsteigerungen oder Kostensenkungen. Dies geschieht häufig, wenn das volle Potenzial der Technologie überschätzt oder die anfänglichen Herausforderungen bei der Integration unterschätzt werden. Ein vorsichtiger, schrittweiser Ansatz ist empfehlenswert, um realistische Erwartungen zu setzen und Enttäuschungen zu vermeiden.

Ignorieren des Faktors Zeit: Viele Unternehmen vernachlässigen den Faktor Zeit in ihren ROI-Berechnungen. Die Implementierungszeit sowie die Zeit, bis sich die Automatisierung spürbar auf die Prozesse auswirkt, müssen in der Kalkulation berücksichtigt werden, um die Rentabilität korrekt zu bewerten.

Korrektur dieser Fehler

Um den ersten Fehler zu korrigieren, sollten Unternehmen eine vollständige Kosten-Nutzen-Analyse durchführen, die alle potenziellen Ausgaben sowie versteckte Kosten einbezieht. Hierzu zählen nicht nur die direkten Ausgaben für Software und Hardware, sondern auch die Investitionen in Schulungen, Beratungsdienstleistungen und langfristige Wartungen.

Die unrealistischen Erwartungen bezüglich Einsparungen lassen sich durch genaue Machbarkeitsstudien und Pilotprogramme korrigieren. Diese helfen, das tatsächliche Potenzial der Automatisierung vor der vollständigen Implementierung zu bewerten und dienen dazu, eine fundierte Einsparungsschätzung abzugeben.

Um den Faktor Zeit korrekt zu integrieren, sollten Unternehmen mit einem flexiblen Zeitplan arbeiten und regelmäßig den Fortschritt der Implementierung überprüfen. Eine iterative Umsetzung mit Meilensteinen hilft, den Fortschritt zu messen und Anpassungen vorzunehmen.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Ermittlung aller Kostenpunkte: Sammeln Sie alle verfügbaren Daten zu den aktuellen und zukünftigen Kosten im Zusammenhang mit Automatisierung und RPA. Erstellen Sie eine umfassende Liste, die auch weniger offensichtliche Ausgaben wie Personalaufwand für die Integration umfasst.
  2. Machbarkeitsstudien starten: Initiieren Sie eine Machbarkeitsstudie oder ein Pilotprojekt, um empirische Daten zu sammeln. Beobachten Sie, wie die Automatisierung in einem kontrollierten Umfeld wirkt und werten Sie die Ergebnisse aus.
  3. Zeitplan und Meilensteine definieren: Entwickeln Sie einen detaillierten Zeitplan mit klar definierten Meilensteinen. Setzen Sie regelmässige Überprüfungstermine, um den Fortschritt zu beurteilen und bei Bedarf Anpassungen vornehmen zu können.
  4. Schulung und Beteiligung der Mitarbeitenden: Investieren Sie in angemessene Schulungsmassnahmen und fördern Sie die Mitarbeitendenbeteiligung. Durch Sensibilisierung und gezielte Schulung erhöhen Sie die Akzeptanz und den erfolgreichen Einsatz der neuen Technologien.

Durch die korrekte Planung und Umsetzung der genannten Schritte schaffen Unternehmen eine solide Grundlage für die Berechnung eines präzisen und nützlichen ROI für ihre Automatisierungs- und RPA-Projekte. Dies führt nicht nur zu einer verbesserten Kosteneffizienz, sondern auch zu einer höheren Prozessqualität und Wettbewerbsvorteilen auf dem Markt.