Beherrschung von Compliance-Risiken in der Praxis

Autor: Roman Mayr

Beherrschung von Compliance-Risiken in der Praxis

Governance & Compliance ·

Compliance-Risiken minimieren: Eine strukturierte Herangehensweise

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Compliance-Risiken zu erkennen und rechtzeitig zu minimieren, um rechtliche Sanktionen und Reputationsschäden zu vermeiden. Ein zentrales Element zur Risikominimierung ist die Identifikation typischer Fehler in der Compliance-Praxis und deren systematische Korrektur.

Typische Fehler und deren Korrektur

Ein häufiger Fehler besteht in der unzureichenden Schulung der Mitarbeitenden bezüglich Compliance-Anforderungen. Oft wird angenommen, dass das einmalige Verfassen eines Compliance-Handbuchs ausreicht, um alle Mitarbeitenden konsequent zu sensibilisieren. Um dem entgegenzuwirken, sollten regelmässig Schulungen und Auffrischungskurse veranstaltet werden, die spezifisch auf die jeweilige Abteilung zugeschnitten sind. Durch den Einsatz praxisnaher Beispiele kann das Verständnis vertieft und die Bedeutung der Compliance-Massnahmen stärker verankert werden.

Ein weiterer verbreiteter Fehler ist das Fehlen wirksamer Kontrollmechanismen. Ohne systematische Überwachung kann es zu Verstössen kommen, die unter Umständen unbemerkt bleiben. Hier empfiehlt sich die Implementierung eines internen Kontrollsystems, das regelmässige Überprüfungen vornimmt und die Einhaltung der Richtlinien fortlaufend dokumentiert. Eine klare Verantwortungszuweisung an spezialisierte Fachkräfte kann den Prozess zusätzlich absichern.

Schliesslich wird oft die Bedeutung der Berichterstattung über Compliance-Verstösse unterschätzt oder vernachlässigt. In vielen Unternehmen fehlt ein klar strukturierter Prozess zur vertraulichen Meldung von Fehlverhalten. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ein anonymes Meldesystem etabliert wird, das zugleich Datenschutzrichtlinien berücksichtigt. Eine transparente Bearbeitung hat den Vorteil, das Vertrauen der Mitarbeitenden zu stärken.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage

In den kommenden zwei bis vier Wochen sollten folgende Massnahmen ergriffen werden:

  1. Überprüfung und Aktualisierung des bestehenden Compliance-Handbuchs, um sicherzustellen, dass alle relevanten rechtlichen Änderungen berücksichtigt werden.
  2. Planung und Durchführung spezifischer Schulungssitzungen für unterschiedliche Abteilungen, um das Bewusstsein und Verständnis für Compliance-Themen zu schärfen.
  3. Etablierung eines internen Kontrollsystems, einschließlich der Definition klarer Zuständigkeiten und Regelmässigkeiten im Überwachungsprozess.
  4. Implementierung eines anonymen Meldesystems inklusive einer Richtlinie zur vertraulichen Bearbeitung eingehender Berichte.

Durch die konsequente Anwendung dieser Schritte kann das Risiko von Compliance-Verstössen erheblich reduziert und die Compliance-Kultur im Unternehmen nachhaltig gestärkt werden.