
Business Analyse: Vom Use Case zur Anforderung
Kernaussage: Der Übergang vom Use Case zu klar definierten Anforderungen ist ein entscheidender Schritt im Rahmen der Business Analyse, um den Erfolg eines Projekts sicherzustellen. Eine strukturierte Herangehensweise und die Vermeidung typischer Fehler können dabei wesentlich zur Effizienz und Effektivität der Projekte beitragen.
Verständnis von Use Cases
Ein Use Case beschreibt, wie ein Nutzer mit einem System interagiert, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Dieser beschreibt die Handlungen und Reaktionen zwischen dem Benutzer und dem System, wobei der Fokus auf der Erreichung eines bestimmten Ergebnisses liegt. Die Transformation dieser oft allgemeinen Beschreibungen in detaillierte Anforderungen erfordert präzise Analysearbeit.
Typische Fehler und deren Korrektur
- Unklare oder unvollständige Use Cases: Häufig scheitern Projekte daran, dass die Use Cases nicht ausführlich oder verständlich genug sind. Ein unvollständiger Use Case bietet keine klare Grundlage für die Erstellung von Anforderungen. Korrektur: Sicherstellen, dass Use Cases alle notwendigen Details enthalten, indem man in Workshops oder Interviews tiefgehende Gespräche mit allen Stakeholdern führt und ihre Erwartungen präzise dokumentiert.
- Fehlinterpretation der Stakeholder-Bedürfnisse: Ein weiterer häufiger Fehler ist die Fehlinterpretation der Bedürfnisse der Stakeholder, was zu Anforderungen führt, die die wirklichen Bedürfnisse nicht abdecken. Korrektur: Die Stakeholder sollten aktiv in den Prozess der Anforderungserhebung eingebunden werden. Regelmässige Rücksprachen und Validierungsrunden mit den Stakeholdern helfen, Missverständnisse frühzeitig aufzudecken.
- Fehlende Priorisierung der Anforderungen: Ein oft übersehener Fehler ist die unzureichende Priorisierung der Anforderungen, was in Zeit- und Ressourcenverschwendung mündet. Korrektur: Anforderungen sollten in Zusammenarbeit mit den Stakeholdern priorisiert werden, um sicherzustellen, dass die kritischsten Punkte zuerst behandelt werden. Methoden wie MoSCoW (Must have, Should have, Could have, Would like) können hierfür nützlich sein.
Handlungsanleitung für die kommenden 14–30 Tage
- Tage 1–7: Detaillierte Erhebung und Überprüfung der Use Cases
- Organisieren Sie Workshops mit relevanten Stakeholdern.
- Sammeln und dokumentieren Sie alle bestehenden Use Cases.
- Überprüfen und validieren Sie diese Use Cases auf Vollständigkeit und Verständlichkeit.
- Tage 8–14: Stakeholder-Interviews und Anforderungsdefinition
- Führen Sie strukturierte Interviews mit den Hauptstakeholdern zur detaillierten Ermittlung ihrer Bedürfnisse.
- Beginnen Sie mit der Transformation der verifizierten Use Cases in konkrete und messbare Anforderungen.
- Tage 15–21: Priorisierung der Anforderungen
- Nutzen Sie die priorisierten Anforderungsliste gemeinsam mit den Stakeholdern.
- Wenden Sie Methoden wie das MoSCoW-Prinzip an, um Anforderungen nach ihrer Wichtigkeit zu ordnen.
- Tage 22–30: Validierung und Verfeinerung
- Organisieren Sie Review-Sitzungen mit den Stakeholdern, um die erarbeiteten Anforderungen zu validieren.
- Nehmen Sie gegebenenfalls Anpassungen basierend auf dem Feedback vor.
Indem diese Schritte befolgt werden, kann die Qualität der Anforderungserhebung und die Gesamtfitness des Projekts signifikant verbessert werden. Der Erfolg eines Projekts hängt massgeblich von der präzisen Überführung von Use Cases in klar definierte Anforderungen ab.