Business Intelligence: Kennzahlen-Framework

Autor: Roman Mayr

Business Intelligence: Kennzahlen-Framework

Business Intelligence ·

Ein gut durchdachtes Kennzahlen-Framework bildet das Rückgrat jeder effektiven Business Intelligence Strategie. Es ermöglicht KMU, fundierte Entscheidungen zu treffen und Geschäftsprozesse gezielt zu optimieren. Doch sind es oft die gleichen, vermeidbaren Fehler, die den erfolgreichen Einsatz solcher Frameworks behindern.

Typische Fehler bei der Implementierung

Ein häufiger Fehler besteht darin, dass Kennzahlen nicht an die strategischen Ziele des Unternehmens angepasst sind. Oft werden vorhandene Reports aus dem ERP-System übernommen, ohne sie kritisch zu hinterfragen oder an aktuelle Unternehmensziele zu koppeln. Das Resultat sind Kennzahlen, die mehr Verwirrung als Klarheit stiften. Um diesen Fehler zu vermeiden, sollten KMU ihre Strategie klar festlegen und sicherstellen, dass jede Kennzahl einen direkten Bezug zu einem strategischen Ziel hat. Dies bedingt regelmässige Überprüfungen und Anpassungen der Kennzahlen.

Ein weiterer Fehler besteht in der Überkomplexität des Kennzahlenmodells. Unternehmen neigen dazu, eine grosse Anzahl von Metriken zu definieren, was zu einer Informationsüberflutung führen kann. Dies erschwert es, den Fokus auf die wirklich entscheidenden Indikatoren zu legen. Zur Korrektur sollte die Anzahl der Kennzahlen auf ein Minimum reduziert werden. Empfohlen wird die Einteilung in führende (vorauseilende) und nachfolgende (verzögerte) Indikatoren, anstatt eine lange Liste von unkorrelierten Zahlen zu pflegen.

Ein dritter typischer Fehler ist die fehlende Schulung der Mitarbeitenden im Umgang mit den Kennzahlen. Häufig werden Kennzahlen zwar erhoben, doch fehlt es an einem klaren Verständnis darüber, wie diese interpretiert und genutzt werden können. Um dies zu beheben, sollten Mitarbeitende regelmässige Schulungen erhalten, in denen die Bedeutung und der Zweck der Kennzahlen erläutert werden. Praktische Workshops können helfen, die Nutzungsbarrieren abzubauen und das analytische Denken zu fördern.

Handlungsanleitung für die nächsten Wochen

1. Erste Woche: Beginnen Sie mit einem Workshop zur Festlegung strategischer Ziele. Stellen Sie sicher, dass alle Entscheidungsträger involviert sind, um eine einheitliche Richtung zu garantieren.

2. Zweite Woche: Recherchieren Sie bestehende Kennzahlen und führen Sie eine kritische Analyse ihrer Relevanz durch. Identifizieren Sie Überschneidungen und konzentrieren Sie sich auf jene Kennzahlen, die besonders aussagekräftig in Bezug auf Ihre Ziele sind. Konsolidieren Sie die Metriken in einem Dashboard.

3. Dritte Woche: Planen und führen Sie Schulungen für Ihre Mitarbeitenden durch, um die gesetzten Kennzahlen zu vermitteln. Konzentrieren Sie sich hierbei insbesondere auf die Anwendung und Interpretation der Kennzahlen in alltäglichen Entscheidungen.

4. Vierte Woche: Implementieren Sie einen Feedback-Mechanismus, um kontinuierlich Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge in Bezug auf das Kennzahlen-Framework einzuholen. Justieren Sie daraufhin das Framework, um es noch besser an die Unternehmensbedürfnisse anzupassen.

Durch das Einhalten dieser Schritte wird es möglich, ein Kennzahlen-Framework zu etablieren, welches nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch die Qualität der Entscheidungen grundlegend verbessert.