Chatbot-Engagement richtig analysieren**

Autor: Roman Mayr

Chatbot-Engagement richtig analysieren**

Chatbot Analytics ·

Kernaussage: Die korrekte Interpretation von Engagement-Metriken ist entscheidend, um den Erfolg eines Chatbots zu steigern und gezielte Verbesserungsmassnahmen abzuleiten.

Engagement-Metriken bieten wertvolle Einblicke in die Interaktion der Nutzer mit einem Chatbot. Sie ermöglichen es Unternehmen, das Verhalten der Anwender zu verstehen und den Chatbot gezielt zu optimieren. Doch häufig treten Fehler in der Interpretation dieser Metriken auf, die dazu führen können, dass ungenaue oder unvollständige Schlüsse gezogen werden.

Fehler 1: Überbewertung der Interaktionsrate

Ein gängiger Fehler besteht darin, die Interaktionsrate als alleinige Erfolgsmetrik zu betrachten. Eine hohe Anzahl von Interaktionen wird oft als positives Zeichen gewertet. Allerdings kann eine hohe Interaktionsrate auch auf Probleme hinweisen. Beispielsweise könnte sie darauf hindeuten, dass Nutzer Schwierigkeiten haben, ihre Anfragen klar zu formulieren oder dass der Chatbot häufig nicht die gewünschten Antworten liefert. Ein detaillierter Blick auf die Kontextdaten und die Art der Interaktionen ist notwendig, um die Qualität der Gespräche einschätzen zu können.

Fehler 2: Ignorieren der Verweildauer

Die Verweildauer zeigt an, wie lange Nutzer mit dem Chatbot interagieren. Eine längere Verweildauer wird oft als positiv gewertet, kann aber auch ein Anzeichen dafür sein, dass Nutzer Schwierigkeiten haben, die gewünschte Information zu erhalten. Eine kurze Verweildauer könnte hingegen darauf hinweisen, dass der Chatbot effizient die richtigen Informationen bereitstellt. Es ist wichtig, die Verweildauer im Kontext zu betrachten: Wird das Ziel der Interaktion schnell und effizient erreicht?

Fehler 3: Vernachlässigung von Abbruchraten

Hohe Abbruchraten werden häufig als negatives Signal gewertet, jedoch ist es wichtig, die Gründe hierfür zu analysieren, bevor Massnahmen ergriffen werden. Ein Abbruch bedeutet nicht automatisch Unzufriedenheit. Nutzer könnten absichtsvoll die Kommunikation abbrechen, wenn sie die benötigten Informationen bereits erhalten haben. Analysewerkzeuge sollten eingesetzt werden, um die Konversationen, die zu einem Abbruch führen, genau zu untersuchen und zu verstehen, ob es sich dabei um ein negatives Erlebnis handelt.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage


  1. Daten valide erfassen
Stellen Sie sicher, dass alle relevanten Metriken korrekt und in ausreichender Detailtiefe erfasst werden. Prüfen Sie Ihre Tracking-Tools auf Vollständigkeit und Genauigkeit.
  1. Kombinierte Analyse durchführen
Analysieren Sie die Metriken nie isoliert. Kombinieren Sie Interaktionsrate, Verweildauer und Abbruchrate, um ein klares Bild vom Nutzerverhalten zu erhalten.
  1. Konversationspfade evaluieren
Untersuchen Sie häufig genutzte Konversationspfade. Überprüfen Sie, ob Nutzer schnell zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kommen oder an gewissen Punkten stecken bleiben.
  1. Qualitative Datenerhebung
Lisiten Sie qualitative Rückmeldungen der Nutzer zu ihren Erfahrungen mit dem Chatbot. Diese Rückmeldungen können wichtige Hinweise auf Schwächen in der Bot-Interaktion liefern.
  1. Interaktive Prototypen testen
Entwickeln Sie auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse interaktive Prototypen oder Szenarien für alternative Konversationsverläufe. Testen Sie diese Prototypen mit einer ausgewählten Nutzergruppe.
  1. Planung regelmässiger Analysen
Richten Sie einen regelmässigen Zyklus zur Überprüfung der Engagement-Metriken ein. So können Sie zügig auf verändertes Nutzerverhalten reagieren und kontinuierliche Verbesserungen vornehmen.

Indem Sie diesen Plan umsetzen, schaffen Sie die Voraussetzungen für eine präzisere Einschätzung der Effektivität Ihres Chatbots und die Möglichkeit, gezielte Massnahmen zur Optimierung zu ergreifen.