
CO₂-Emissionsanalyse richtig durchführen
Die Ermittlung der CO₂-Bilanz ist für viele KMU ein wichtiger Schritt, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Eine präzise CO₂-Bilanz hilft nicht nur bei der Identifizierung von Emissionsquellen, sondern auch bei der Entwicklung zielgerichteter Massnahmen zur Reduktion dieser Emissionen.
Typische Fehler bei der CO₂-Bilanzierung
Ein häufiger Fehler besteht in der unvollständigen Datenerfassung. KMU beschränken sich oft darauf, direkte Emissionen zu erfassen, wie zum Beispiel den Treibstoffverbrauch der firmeneigenen Fahrzeuge oder der Heizenergieverbrauch. Dabei werden indirekte Emissionen, wie jene, die in der Lieferkette oder durch Dienstreisen verursacht werden, häufig übersehen. Diese können jedoch einen wesentlichen Anteil der gesamten Emissionen ausmachen.
Ein weiterer Fehler ist die Anwendung ungeeigneter Berechnungsmethoden. Oft wird auf veraltete oder ungenaue Emissionsfaktoren zurückgegriffen. Es ist entscheidend, aktuelle und auf die spezifischen Verhältnisse des Unternehmens zugeschnittene Faktoren zu nutzen, um die Bilanz so präzise wie möglich zu gestalten.
Zuletzt ist die Vernachlässigung der regelmäßigen Überprüfung und Aktualisierung der CO₂-Bilanz ein häufiges Problem. Einmal ermittelte Werte werden nicht kontrolliert oder angepasst, obwohl sich Geschäftsprozesse und Märkte dynamisch verändern können.
Korrektur dieser Fehler
Um die Datenerfassung zu komplettieren, sollte ein umfassendes Erfassungssystem eingeführt werden, das sowohl direkte als auch indirekte Emissionen berücksichtigt. Ein erster Schritt könnte die Erstellung eines detaillierten Emissionskatasters sein, der alle möglichen Emissionsquellen des Unternehmens abbildet.
Für die Berechnung ist es wichtig, sich auf zuverlässige Quellen für Emissionsfaktoren zu stützen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) oder das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) bieten entsprechende Daten und Tools an, die regelmässig aktualisiert werden.
Die Routine der Überprüfung sollte institutionalisiert werden, etwa durch feste Termine für Audits oder die Implementierung eines Managementsystems, das auf kontinuierliche Verbesserungen abzielt, wie etwa EMAS oder ISO 14001.
Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage
- Erster bis fünfter Tag: Beginnen Sie mit einem Kick-off-Meeting, bei dem alle relevanten Abteilungen involviert werden. Definieren Sie klare Verantwortlichkeiten und einen Zeitplan für die Datenerfassung.
- Sechster bis zwanzigster Tag: Sammeln Sie Daten zu allen direkten und indirekten Emissionsquellen. Verwenden Sie hierfür Checklisten, um sicherzustellen, dass keine wesentlichen Quellen übersehen werden. Beginnen Sie mit dem Einsatz aktueller und zuverlässiger Tools zur Berechnung der Emissionen.
- Zwanzigster bis dreissigster Tag: Analysieren Sie die gesammelten Daten und berechnen Sie die CO₂-Bilanz. Planen Sie einen internen Review, um die Ergebnisse zu präsentieren und erste Massnahmen zur Emissionsreduktion zu diskutieren. Etablieren Sie einen Plan für regelmäßige Überprüfungen und Aktualisierungen der Bilanz.
Indem Sie systematisch vorgehen und typische Fehler vermeiden, kann Ihr KMU eine genaue CO₂-Bilanz erstellen und konkrete Schritte zur Emissionsminderung einleiten. Dies trägt nicht nur zur Nachhaltigkeit Ihres Unternehmens bei, sondern kann auch Kosteneinsparungen und ein verbessertes Unternehmensimage nach sich ziehen.