Compliance-Strategien für KMUs stärken

Autor: Roman Mayr

Compliance-Strategien für KMUs stärken

Governance & Compliance ·

Compliance-Risiken minimieren: Ein strukturierter Ansatz

Die Minimierung von Compliance-Risiken ist für Schweizer KMUs von entscheidender Bedeutung, um rechtliche und finanzielle Konsequenzen zu vermeiden und langfristig erfolgreich zu bleiben. Im Folgenden werden typische Fehler beleuchtet und korrigierende Massnahmen beschrieben, die Sie in den nächsten 14 bis 30 Tagen umsetzen können, um Ihre Compliance-Struktur zu stärken.

Fehler Nummer Eins: Unzureichendes Bewusstsein für regulatorische Anforderungen

Viele Unternehmen unterschätzen den Umfang und die Komplexität der für sie relevanten gesetzlichen Vorschriften. Dies liegt oft daran, dass es keinen zentralen Ansprechpartner für Compliance-Fragen gibt oder weil bestehende Vorschriften einfach nicht bekannt sind.

Lösung: Implementieren Sie ein systematisches Schulungsprogramm, das alle Mitarbeitenden über die relevanten Regulierungen informiert, die Ihr Unternehmen betreffen. Dies schafft ein grundlegendes Bewusstsein und fördert eine Kultur der Compliance. Erstellen Sie zusätzlich eine zentrale Stelle oder benennen Sie einen Compliance-Verantwortlichen, der Änderungen in der Gesetzeslage regelmäßig überwacht und kommuniziert.

Fehler Nummer Zwei: Fehlende Dokumentation von Compliance-Prozessen

Ein weiterer häufiger Fehler ist die mangelnde oder fehlerhafte Dokumentation der bestehenden Compliance-Prozesse. Dies kann nicht nur zu internen Missverständnissen führen, sondern auch im Falle einer externen Überprüfung problematisch werden.

Lösung: Überarbeiten Sie Ihre Compliance-Richtlinien und -Prozesse systematisch. Stellen Sie sicher, dass jede Richtlinie nicht nur schriftlich festgehalten, sondern auch leicht zugänglich und verständlich ist. Regelmässige Überprüfungen und Aktualisierungen dieser Dokumente sollten fest im Jahresplan verankert sein. Dies ermöglicht eine effiziente Nachverfolgung und Einhaltung neuer Vorschriften.

Fehler Nummer Drei: Fehlende Risikoanalyse

Einige Unternehmen führen keine oder unzureichende Risikoanalysen durch, um potenzielle Compliance-Verletzungen zu identifizieren. Dies kann zu überraschenden und kostspieligen Problemen führen.

Lösung: Entwickeln Sie eine methodische Risikoanalyse, die spezifische Risiken für Ihre Branche und Ihr Unternehmen identifiziert. Nutzen Sie diese Analyse, um gezielte Massnahmen zur Risikominderung zu entwickeln. Dies könnte die Einführung von internen Audits oder die Implementierung von Kontrollsystemen umfassen, die regelmässig überprüft und angepasst werden.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Erstgespräch organisieren: Planen Sie ein Meeting mit relevanten Abteilungen, um über aktuelle Compliance-Vorgaben und die Bedeutung einer aktualisierten Compliance-Strategie zu sprechen.
  2. Verantwortlichkeiten festlegen: Bestimmen Sie eine verantwortliche Person oder ein Team, das die Überprüfung und Implementierung der Compliance-Prozesse koordiniert.
  3. Schulungsprogramm initiieren: Starten Sie ein Schulungsprogramm für Mitarbeiter, das Grundkenntnisse und spezifische Pflichten im Bereich Compliance vermittelt.
  4. Compliance-Dokumentation überarbeiten: Überprüfen und aktualisieren Sie sämtliche Compliance-Dokumente. Stellen Sie sicher, dass diese für alle Mitarbeitenden zugänglich sind.
  5. Risikoanalyse durchführen: Starten Sie einen Prozess zur Identifikation und Bewertung von Compliance-Risiken, und leiten Sie daraus notwendige Massnahmen ab.
  6. Feedback-Schleife etablieren: Implementieren Sie einen Prozess, bei dem Mitarbeiter kontinuierlich Feedback zur Wirksamkeit der Compliance-Massnahmen geben können.

Indem Sie diese Schritte umsetzen, schaffen Sie innerhalb kürzester Zeit eine solide Grundlage für Ihre Compliance-Bemühungen und reduzieren signifikant das Risiko rechtlicher Konflikte.