Data Lake: Grundlagen und Aufbauprozesse

Autor: Roman Mayr

Data Lake: Grundlagen und Aufbauprozesse

Big Data Strategien ·

Einführung in den Aufbau eines Data Lakes

Der Begriff "Data Lake" bezeichnet eine zentrale Datenablage, die es Unternehmen ermöglicht, grosse Mengen verschiedenartiger Daten in ihrem nativen Format zu speichern. Der Hauptvorteil eines Data Lakes besteht in seiner Fähigkeit, schnell wachsende Datenmengen flexibel und kosteneffizient zu verwalten und somit eine solide Grundlage für datengetriebene Entscheidungen zu schaffen. Ein erfolgreich umgesetzter Data Lake ist wesentlich für Unternehmen, die sich strategisch im Bereich Big Data positionieren möchten.

Typische Fehler beim Aufbau eines Data Lakes

Fehler 1: Unklare Zielsetzung und Datenstrategie


Oftmals wird ein Data Lake aufgebaut, ohne eine klare Vorstellung darüber, welche Geschäftsziele damit erreicht werden sollen. Unternehmen sammeln Daten, ohne zu wissen, wie diese genutzt werden sollen. Dieses Vorgehen führt schnell zu einem "Data Swamp", einem Datenbestand, der unnütz und schwer zugänglich ist.

Korrektur: Unternehmen sollten zu Beginn klare Ziele definieren, z. B. die Steigerung der operativen Effizienz oder die Verbesserung der Kundenzufriedenheit. Eine detaillierte Datenstrategie, die festlegt, welche Daten benötigt werden und wie diese genutzt werden sollen, ist unerlässlich.

Fehler 2: Fehlende Governance- und Sicherheitsmassnahmen


Der Aufbau eines Data Lakes ohne angemessene Governance-Richtlinien kann schwerwiegende Sicherheitsprobleme mit sich bringen. Ohne definierte Zugriffsrechte und Datenqualitätsmassnahmen besteht das Risiko von Datenverlusten und Missbrauch.

Korrektur: Implementieren Sie eine robuste Daten-Governance-Struktur, die klare Richtlinien für den Datenzugriff, die Datenqualität und den Datenschutz festlegt. Regelmässige Audits sollten durchgeführt werden, um die Einhaltung dieser Richtlinien zu überwachen.

Fehler 3: Unzureichende Skalierbarkeit und Flexibilität


Ein häufiges Problem besteht darin, dass ein Data Lake nicht von Anfang an für Wachstum ausgelegt wird. Dies kann die Anpassungsfähigkeit einschränken und die Kosten in die Höhe treiben, wenn die Datenmenge schnell zunimmt.

Korrektur: Wählen Sie eine skalierbare Plattform, die die zukünftigen Anforderungen berücksichtigen kann. Cloud-basierte Lösungen bieten oft die nötige Flexibilität und Kosteneffizienz. Stellen Sie sicher, dass Ihre Infrastruktur leicht erweiterbar ist, ohne dass die Systemleistung leidet.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage

Tage 1-7: Durchführung eines Workshops mit wichtigen Stakeholdern, um klare Geschäftsziele und Anforderungen für den Data Lake zu definieren. Identifizieren Sie die relevanten Datentypen und deren Ursprung.

Tage 8-14: Erarbeiten Sie eine erste Version Ihrer Datenstrategie, die die geplante Nutzung der Daten und deren Mehrwert umfasst. Beginnen Sie mit der Auswahl der geeigneten Plattform (z. B. Cloud-Optionen von Anbietern wie AWS, Google Cloud oder Azure).

Tage 15-21: Entwickeln Sie ein umfassendes Governance-Framework, das Sicherheits-, Compliance- und Qualitätsanforderungen abdeckt. Etablieren Sie klare Richtlinien für den Datenzugriff und die Datennutzung.

Tage 22-30: Starten Sie einen kleinen Pilotversuch, um das Konzept zu validieren und erste Daten in den Data Lake zu integrieren. Analysieren Sie die gesammelten Daten und die Effektivität der Implementierung. Nutzen Sie das Feedback, um Anpassungen vorzunehmen und den Prozess zu optimieren.

Ein wohlgeplanter und gründlich umgesetzter Data Lake kann einen erheblichen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens im digitalen Zeitalter leisten. Durch die Vermeidung gängiger Fehler und das Befolgen einer klaren Strategie, kann ein Unternehmen die Grundlage für innovative Anwendungen und fundierte Entscheidungen schaffen.