Datenqualität als Kern des erfolgreichen ESG-Reportings

Autor: Roman Mayr

Datenqualität als Kern des erfolgreichen ESG-Reportings

Nachhaltigkeit & ESG ·

ESG-Reporting erfolgreich aufsetzen

Die Bedeutung von Environmental, Social, and Governance (ESG) Reporting hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Für viele KMU in der Schweiz stellt sich die Frage, wie sie ein effektives ESG-Reporting aufsetzen können, um den steigenden Anforderungen von Investoren, Kunden und Regulierungsbehörden gerecht zu werden. Ein strukturiertes und transparentes Reporting unterstützt nicht nur die externe Kommunikation, sondern fördert auch die interne Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung.

Typische Fehler beim ESG-Reporting


  1. Unklare Zieldefinition:
Viele Unternehmen beginnen mit dem ESG-Reporting, ohne klare Ziele definiert zu haben. Dies führt zu Berichten, die keinen strategischen Mehrwert bieten und deren Ergebnisse schwer interpretierbar sind.

Korrektur: Vor dem Start sollte geklärt werden, welche spezifischen Ziele mit dem ESG-Reporting verfolgt werden. Möchte das Unternehmen regulatorische Anforderungen erfüllen, Investoren gewinnen oder seine eigene Nachhaltigkeit verbessern? Eine klare Zielsetzung hilft, die richtigen Kennzahlen zu identifizieren und die Berichtserstattung zielgerichtet zu gestalten.

  1. Fehlende Datenqualität:
Ein weiterer häufig anzutreffender Fehler ist die unzureichende Qualität der zugrunde liegenden Daten. Ohne verlässliche, klare und vollständige Daten können Berichte leicht falsche Schlussfolgerungen oder inkonsistente Botschaften enthalten.

Korrektur: Es ist entscheidend, ein solides Datenmanagementsystem zu etablieren. KMU sollten in die Qualitätssicherung ihrer Daten investieren, um Genauigkeit und Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Schulungen für Mitarbeitende zur Datenerfassung und -pflege sind ebenso wichtig wie regelmässige Datenüberprüfungen.

  1. Vernachlässigung der Vergleichbarkeit und Konsistenz:
Ein oft übersehener Fehler ist die Vernachlässigung der Konsistenz über verschiedene Berichtsperioden hinweg oder die fehlende Vergleichbarkeit mit Branchenbenchmarks. Dadurch wird die Einschätzung der eigenen Leistung erschwert.

Korrektur: KMU sollten klare Methodenrahmen und Berichtsstandards etablieren. Die Nutzung anerkannter Standards wie der Global Reporting Initiative (GRI) kann helfen, Vergleichbarkeit und Konsistenz zu fördern und wertvolle Benchmarks zu bieten.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage


  1. Phase 1: Vorbereitung (1–7 Tage)
  • Zieldefinition: Festlegung der Ziele Ihres ESG-Reportings in einem Workshop mit dem Führungsteam.
  • Stakeholder-Analyse: Ermittlung der wichtigsten internen und externen Interessensgruppen.

  1. Phase 2: Datenmanagement (8–14 Tage)
  • Datenquellen identifizieren: Bestimmen Sie alle relevanten Datenquellen innerhalb Ihres Unternehmens.
  • Qualität überprüfen: Beginnen Sie mit der Überprüfung bestehender Datensätze auf Genauigkeit und Vollständigkeit.
  • Standards wählen: Entscheiden Sie sich für ein geeignetes Framework, z. B. GRI oder SASB Standards.

  1. Phase 3: Reporting-Struktur (15–21 Tage)
  • Berichtsstruktur entwerfen: Skizzieren Sie den Aufbau Ihres Berichts, einschliesslich wichtiger Inhalte und Metadaten.
  • Verantwortlichkeiten klären: Bestimmen Sie Verantwortliche für die verschiedenen Unterbereiche des ESG-Reportings.

  1. Phase 4: Initiale Ausarbeitung (22–30 Tage)
  • Erstes Reporting: Erstellen Sie anhand der gesammelten Daten und der definierten Struktur einen Erstentwurf des Berichts.
  • Feedback einholen: Organisieren Sie einen internen Review-Prozess und sammeln Sie konstruktives Feedback.

Diese Herangehensweise trägt dazu bei, ein solides Fundament für zukünftige ESG-Bemühungen zu legen und das Unternehmen auf eine nachhaltigere Ausrichtung vorzubereiten.