Datenschutzstrategien für KI-gestützte Anwendungen

Autor: Roman Mayr

Datenschutzstrategien für KI-gestützte Anwendungen

Daten- & PII-Schutz für KI ·

Kernaussage: Ein effektives Retention- und Löschkonzept ist unerlässlich, um den Datenschutz bei der Verarbeitung von personenbezogenen Informationen (PII) durch KI-Anwendungen zu gewährleisten. Dabei geht es nicht nur darum, sensible Daten zu schützen, sondern auch gesetzliche Vorgaben einzuhalten und das Vertrauen der Kunden zu stärken.

Typische Fehler beim Retention- und Löschkonzept


  1. Unstrukturierte Datenspeicherung: Ein häufiger Fehler in Unternehmen ist die unstrukturierte Speicherung von Daten. Oftmals werden Daten ohne klare Systematik und ohne Klassifizierung gespeichert, was die Rückverfolgbarkeit und das gezielte Löschen erschwert. Korrektur: Einführung eines datenbasierten Kategorisierungsverfahrens, das regelmässige Audits und die Definition klarer Retentionszeiträume beinhaltet.
  2. Unvollständige Löschprozesse: Viele Unternehmen übersehen komplexe Datenbankstrukturen oder Drittanbieterprogramme, in denen PII gespeichert sein könnten. Dies führt zu unvollständigen Löschungen, die unerlaubten Zugriff auf alte Daten ermöglichen. Korrektur: Umfassende Analyse aller Datensilos und Implementierung von automatisierten Löschprotokollen, die auch Backups und Drittanbieterdienste umfassen.
  3. Mangelhafte Dokumentation: Ohne sorgfältige Dokumentation der Retention- und Löschprozesse ist es schwierig, die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen nachzuweisen. Korrektur: Etablierung eines Dokumentationssystems, das alle datenrelevanten Prozesse detailliert protokolliert und die Verantwortlichkeiten klar definiert.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Bestandsaufnahme und Risikoanalyse (Tage 1–5): Beginnen Sie mit einer umfassenden Bestandsaufnahme aller gespeicherten personenbezogenen Daten. Identifizieren Sie, welche KI-Anwendungen darauf zugreifen und welche Rechtsvorschriften (z.B. DSGVO, DSG) relevant sind. Bewerten Sie die Risiken unzureichender Retention- und Löschkonzepte.
  2. Entwicklung eines Klassifizierungssystems (Tage 6–10): Erstellen Sie ein System zur Klassifizierung Ihrer Daten nach ihrer Sensibilität und ihrer rechtlichen Bedeutung. Definieren Sie Retentionszeiten für jede Kategorie und bestimmen Sie klare Verantwortlichkeiten innerhalb Ihres Teams für die Datenverwaltung.
  3. Protokoll- und Prozessentwicklung (Tage 11–20): Entwickeln Sie detaillierte Prozesse für die regelmässige Überprüfung und das ordnungsgemässe Löschen von Daten. Stellen Sie sicher, dass alle Prozesse leicht nachvollziehbar und dokumentiert sind. Nutzen Sie dabei Automatisierungstools, wo immer möglich, um die Effizienz zu steigern.
  4. Implementierung und Schulung (Tage 21–30): Setzen Sie die entwickelten Prozesse in Ihrem Unternehmen um. Organisieren Sie Schulungen für alle Mitarbeiter, die mit personenbezogenen Daten arbeiten, um die Bedeutung und Umsetzung des Retention- und Löschkonzepts zu verinnerlichen. Stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten die rechtlichen Implikationen und die Risiken bei Nichteinhaltung verstehen.

Indem Sie diesen Plan befolgen, können Sie Ihr Unternehmen in kurzer Zeit auf den neuesten Stand der Datenschutzgesetze bringen und das Vertrauen Ihrer Kunden nachhaltig stärken.