Design Thinking im UX & UI Design

Autor: Roman Mayr

Design Thinking im UX & UI Design

UX & UI Design ·

Design Thinking in der Praxis: Ein Leitfaden zur erfolgreichen Anwendung

Design Thinking hat sich als wertvolle Methodik zur Lösung komplexer Probleme etabliert. Besonders für KMU bietet dieser Ansatz eine praxisnahe Möglichkeit, innovative und nutzerzentrierte Lösungen zu entwickeln. Doch trotz der vielen Vorteile schleichen sich bei der Durchführung häufig Fehler ein, die den Erfolg mindern können.

Typische Fehler und deren Behebung

Unzureichende Problemdefinition: Häufig wird zu schnell mit der Ideengenerierung begonnen, ohne das Problem umfassend zu verstehen. Dies führt zu Lösungen, die am eigentlichen Bedürfnis vorbeigehen. Zur Behebung sollten zu Beginn ausführliche Untersuchungen durchgeführt werden. Methoden wie Interviews oder Beobachtungen helfen, das Problem aus Sicht der Nutzer klar zu definieren.

Fehlende Nutzerintegration: Oft wird die Perspektive der Endbenutzer nicht ausreichend berücksichtigt. Dies kann zum Einsatz unpassender Designlösungen führen. Eine Korrektur erfordert die konsequente Einbindung der Nutzer in den Designprozess, beispielsweise durch regelmäßige Workshops und Tests, um sicherzustellen, dass ihre Bedürfnisse und Feedbacks berücksichtigt werden.

Überspringen der Prototyping-Phase: In der Eile, Ergebnisse zu erzielen, wird die Phase des Prototypings entweder verkürzt oder übersprungen. Dies kann dazu führen, dass fehlerhafte Annahmen nicht rechtzeitig erkannt werden. Es ist entscheidend, verschiedene Lösungen zu entwickeln und diese iterativ zu testen. Schnelle, kostengünstige Prototypen ermöglichen es, Ideen frühzeitig auf Praxistauglichkeit zu überprüfen.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage

Erste Woche: Beginnen Sie mit einer umfassenden Nutzeranalyse. Führen Sie Interviews mit mindestens fünf Schlüsselpersonen aus Ihrer Zielgruppe durch und erstellen Sie ein detailliertes Empathy-Map, um deren Bedürfnisse und Herausforderungen besser zu verstehen.

Zweite Woche: Organisieren Sie ein Team-Workshop, bei dem die gesammelten Erkenntnisse diskutiert werden. Entwickeln Sie gemeinsam eine klar definierte Problemstellung. Setzen Sie Ziele für das übergeordnete Design, die jederzeit auf die Nutzerbedürfnisse abgestimmt sind.

Dritte Woche: Starten Sie die Ideenfindungsphase. Planen Sie eine Brainstorming-Sitzung, bei der alle Teammitglieder aufgefordert werden, frei und ohne Einschränkungen Ideen einzubringen. Benutzen Sie Techniken wie „Crazy 8“ (acht schnelle Skizzen in acht Minuten), um die Kreativität zu fördern.

Vierte Woche: Beginnen Sie mit dem Prototyping. Entwerfen Sie mindestens zwei unterschiedliche Prototypen, die die zuvor entwickelten Ideen umsetzen. Diese sollten so gestaltet sein, dass sie reale Nutzerszenarien nachbilden. Führen Sie Nutzertests mit potenziellen Kunden durch, sammeln Sie Feedback und nutzen Sie dieses zur Verbesserung der Prototypen.

Design Thinking ist ein dynamischer Ansatz, der durch die kontinuierliche Einbindung der Nutzer und iteratives Arbeiten zur Entwicklung innovativer und effektiver Lösungen führt. Indem Sie häufige Fehler vermeiden, können Sie den Grundstein für erfolgreiche Projekte legen, die sowohl den Anforderungen Ihrer Kunden als auch den strategischen Zielen Ihres Unternehmens gerecht werden.