Digitale Chancen durch Legacy-Systeme nutzen

Autor: Roman Mayr

Digitale Chancen durch Legacy-Systeme nutzen

Digitale Transformation ·

Legacy-Systeme modernisieren: Ein strukturierter Ansatz zur Minimierung von Geschäftsrisiken

Legacy-Systeme bilden oft das Rückgrat vieler Unternehmen, besonders in der Schweiz, wo Beständigkeit einen hohen Stellenwert hat. Doch um im digitalen Zeitalter wettbewerbsfähig zu bleiben, wird ihre Modernisierung unabdingbar. Der Kern der Herausforderung liegt darin, die Modernisierung so zu gestalten, dass die Geschäftsprozesse nicht gestört werden und gleichzeitig Potenzial für Innovationen geschaffen wird.

Typische Fehler und deren Korrektur


  1. Fehlende Risikoanalyse
Viele Unternehmen beginnen die Modernisierung ihrer Systeme, ohne eine umfassende Risikoanalyse durchzuführen. Diese Analyse ist jedoch entscheidend, um den Einfluss auf bestehende Geschäftsprozesse und Daten zu verstehen. Unternehmen sollten zu Beginn klar definieren, welche Bereiche kritisch sind und was geschehen könnte, wenn während des Modernisierungsprozesses Probleme auftreten.

Korrektur: Erstellen Sie ein detailliertes Risikomanagement-Protokoll. Integrieren Sie Risikobewertungen zu Beginn des Projekts und beziehen Sie Experten ein, um potenzielle Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren.

  1. Unzureichende Einbindung von Stakeholdern
Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, dass entscheidende Stakeholder im Vorfeld nicht ausreichend einbezogen werden. Dadurch fehlen essenzielle Einsichten in die spezifischen Anforderungen und Erwartungen, was zu einer schmalen Implementierung führen kann.

Korrektur: Etablieren Sie einen dokumentierten Kommunikationsplan, der sicherstellt, dass alle relevanten Stakeholder, einschliesslich der Endnutzer, von Beginn an einbezogen werden. Regelmässige Workshops und Feedbackschleifen sind hier unabdingbar.

  1. Unklare Priorisierung bei Funktionserweiterungen
Die Modernisierung von Legacy-Systemen wird häufig als Gelegenheit wahrgenommen, neue Funktionen hinzuzufügen. Dabei kann es zur Überkomplexität und einer Entgleisung des Projekts kommen.

Korrektur: Legen Sie klare Kriterien für die Priorisierung von Funktionserweiterungen fest. Implementieren Sie einen iterativen Ansatz: Beginnen Sie mit kritischen Funktionen und erweitern Sie schrittweise basierend auf Nutzerfeedback und Geschäftsanforderungen.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Wochen 1–2: Analyse und Planung
  • Führen Sie eine umfassende Bestandsaufnahme der bestehenden Systeme durch.
  • Initiieren Sie einen Workshop mit relevanten Stakeholdern, um Erwartungen und Anforderungen zu sammeln.
  • Begründen Sie ein interdisziplinäres Team, das für die Modernisierung zuständig ist.

  1. Wochen 3–4: Umsetzungsstrategie und Risikomanagement
  • Erstellen Sie einen detaillierten Modernisierungsplan mit klaren Meilensteinen.
  • Entwickeln Sie ein Risikomanagementkonzept und schulen Sie das Team im Umgang mit identifizierten Risiken.
  • Testen Sie die Modernisierungsansätze in einer kontrollierten Umgebung, um unvorhergesehene Probleme frühzeitig zu identifizieren.

Durch sorgfältige Planung und gezielte Einbeziehung aller relevanten Parteien kann die Modernisierung von Legacy-Systemen nicht nur reibungslos verlaufen, sondern auch der Grundstein für zukünftige Innovationen sein. Eine systematische Vorgehensweise reduziert das Risiko und maximiert die Chancen, aus Tradition eine erfolgreiche Transformation zu gestalten.