
Echtzeitdaten in Lieferketten zur Risikominimierung nutzen
Lieferkettenrisiken identifizieren und minimieren ist essenziell für ein reibungsloses Funktionieren von KMU-Betrieben. Die globalen Lieferketten sind zunehmend anfällig für Störungen, was nicht zuletzt durch die Covid-19-Pandemie deutlich geworden ist. Während Unternehmen die Vorteile einer globalen Vernetzung nutzen, sind sie gleichzeitig Schwankungen und Unterbrechungen ausgesetzt, die das Geschäft erheblich beeinträchtigen können.
Typische Fehler in der Risikobewertung
Ein häufiger Fehler ist die unzureichende Diversifizierung der Lieferantenbasis. Viele Unternehmen verlassen sich stark auf einen oder wenige Lieferanten, um Kosten zu senken und Prozesse zu vereinfachen. Diese Konzentration kann jedoch bei unvorhergesehenen Ereignissen, wie Naturkatastrophen oder geopolitischen Spannungen, zu erheblichen Versorgungsengpässen führen.
Ein weiterer häufig vorkommender Fehler ist das Fehlen von Echtzeit-Transparenz in der Lieferkette. Ohne klare Transparenz über den gesamten Lieferfluss hinweg, vom Rohstofflieferanten bis zum Endverbraucher, ist es schwierig, potenzielle Risiken proaktiv zu erkennen und zu beheben. Daten werden nicht ausreichend analysiert, was die Reaktionsfähigkeit im Krisenfall erheblich beeinträchtigt.
Korrekturen zur Risikominimierung
Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, sollten Unternehmen ihre Lieferantenbasis diversifizieren. Dies bedeutet, alternative Lieferquellen zu etablieren und regelmässig auf Zuverlässigkeit und finanzielle Stabilität zu überprüfen. Dabei können strategische Partnerschaften sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene eine nachhaltige Versorgungssicherheit gewährleisten.
Zudem sollten KMU in Technologien investieren, die Echtzeit-Transparenz in der Lieferkette ermöglichen. Durch den Einsatz von Supply-Chain-Management-Software, die End-to-End-Transparenz bietet, lassen sich Engpässe frühzeitig lokalisieren und beheben. Predictive Analytics ermöglicht es Unternehmen, künftige Risiken besser einzuschätzen und Sicherheitsstrategien anzupassen.
Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage
- Analyse der aktuellen Lieferantenbeziehungen: Innerhalb der ersten Woche sollten Unternehmen eine gründliche Bestandsaufnahme ihrer aktuellen Lieferanten durchführen. Die Identifikation risikoanfälliger Stellen und Bestimmung potenzieller Alternativen ist der erste Schritt zur Risikominimierung.
- Etablierung eines Risikomanagement-Teams: Innerhalb von zwei Wochen sollte ein Team aus verschiedenen Abteilungen gebildet werden, das sich auf die Ermittlung und Bewertung von Lieferkettenrisiken spezialisiert. Dieses Team dient auch als Anlaufstelle für aktuelle und potenzielle Risikothemen.
- Implementierung von Technologie-Tools: Verwenden Sie die dritte Woche, um geeignete Technologien und Softwarelösungen zu evaluieren, die die Transparenz in Ihren Lieferketten verbessern. Der Fokus sollte auf Systemen liegen, die aktuelle Datenanalyse und Berichterstattung bieten.
- Pilotprojekt zur Datenanalyse: In der vierten Woche starten Sie ein kleines Pilotprojekt, um die ausgewählten Technologien zu testen. Die Zielsetzung dieses Projekts sollte es sein, die Fähigkeit zur Erkennung von Frühwarnzeichen für Störungen zu evaluieren und Erkenntnisse für grössere Implementationen zu gewinnen.
Durch korrektes Management der Lieferkettenrisiken kann ein Unternehmen seine Resilienz erhöhen und seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern. Ein proaktiver und gut geplanter Ansatz reduziert nicht nur Risiken, sondern schafft auch Vertrauen bei Partnern und Kunden.