Effektives Cloud-Monitoring in der Praxis

Autor: Roman Mayr

Effektives Cloud-Monitoring in der Praxis

Cloud-Infrastruktur ·

Monitoring und Alerting in der Cloud sind entscheidend, um die Verfügbarkeit und Leistung von IT-Ressourcen in Echtzeit zu überwachen und auf Störungen schnell reagieren zu können. Der effiziente Einsatz dieser Werkzeuge ist für Schweizer KMUs unverzichtbar, um Ressourcen optimal zu nutzen und Kosten niedrig zu halten. Allerdings gibt es typische Fehler, die den Nutzen dieser Systeme erheblich mindern können.

Unzureichende Schwellenwerte festlegen

Ein häufiger Fehler besteht darin, Schwellenwerte (Thresholds) unzureichend oder ungünstig zu setzen. Werden sie zu niedrig angesetzt, löst das System unnötig viele Alarme aus, was zu Alarmmüdigkeit führen kann. Andererseits können zu hohe Schwellenwerte wichtige Warnsignale erst dann auslösen, wenn es bereits zu spät ist. Um dies zu korrigieren, sollten KMUs ihre Schwellenwerte regelmässig anpassen und auf historische Datenbasis feinjustieren. Richten Sie z. B. basierend auf Ihren normalisierten Betriebskennzahlen zu Beginn vorläufige Schwellenwerte ein und optimieren Sie diese monatlich.

Überladung mit unnötigen Daten

Ein weiterer typischer Fehler ist die Konfiguration von Monitoring-Systemen mit einer übermässigen Menge an Parametern, die überwacht werden. Dies führt häufig zu einer Datenflut, bei der wichtige Informationen in der Masse untergehen. Um dem entgegenzuwirken, ist es ratsam, sich auf geschäftskritische Leistungsindikatoren zu konzentrieren und initial die wichtigsten Systeme und Anwendungen zu überwachen. Eine kontinuierliche Anpassung des Monitorings auf die relevanten Kennzahlen erfolgt dann regelmässig und systematisch.

Fehlende Echtzeitalerts

Der Verzicht auf Echtzeitalerts oder deren verspätete Implementierung ist ein weiteres häufiges Versäumnis. Dabei sind Echtzeitalerts entscheidend, um schnell auf Vorfälle zu reagieren und Ausfälle zu minimieren. Unternehmen sollten sicherstellen, dass Mitteilungen über kritische Ereignisse an die richtigen Personen oder Teams gehen und dass diese über Mobilgeräte oder andere Kanäle empfangen werden können. Es empfiehlt sich, bei der Einrichtung auch klare Eskalationspfade festzulegen, um sicherzustellen, dass Alarme nicht unbeachtet bleiben.

Vorgehensweise für die nächsten 14–30 Tage


  1. Analysephase (Tage 1–7): Beginnen Sie mit einer vollständigen Durchsicht Ihrer aktuellen Monitoring- und Alerting-Systeme. Identifizieren Sie Schwellenwerte, die angepasst werden müssen, und überprüfen Sie die aktuell überwachten Parameter auf Relevanz.
  2. Anpassungsphase (Tage 8–14): Justieren Sie Schwellenwerte basierend auf den Erkenntnissen der Analysephase. Reduzieren Sie die Anzahl überwachten Parameter auf Kernmetriken und implementieren Sie Echtzeitalert-Möglichkeiten.
  3. Testphase (Tage 15–21): Führen Sie Testszenarien durch, um die Wirksamkeit der neu eingestellten Alarmschwellen und Überwachungsliste zu validieren. Überprüfen Sie, ob Echtzeitalerts ordnungsgemäss zugestellt und bearbeitet werden.
  4. Optimierungsphase (Tage 22–30): Holen Sie Rückmeldungen von beteiligten Teams ein und nehmen Sie entsprechende Anpassungen vor. Setzen Sie einen Plan für regelmässige Überprüfungen und Anpassungen Ihrer Monitoring- und Alerting-Systeme auf, um diese kontinuierlich zu optimieren.

Durch die Umsetzung dieser Schritte können KMUs den Nutzen ihrer Monitoring- und Alerting-Systeme deutlich steigern und die Betriebssicherheit ihrer Cloud-Infrastruktur nachhaltig verbessern.