Effektives ESG-Reporting für KMU etablieren

Autor: Roman Mayr

Effektives ESG-Reporting für KMU etablieren

Nachhaltigkeit & ESG ·

Ein effektives ESG-Reporting aufsetzen: Ein Leitfaden für KMU

Um den gestiegenen Anforderungen an nachhaltige Unternehmensführung gerecht zu werden, ist die Einführung eines soliden ESG-Reportings (Environmental, Social and Governance) auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unerlässlich. Ziel ist es, Transparenz über Umwelt- und Sozialverantwortung sowie Unternehmensführung zu schaffen. Ein gut aufgesetztes ESG-Reporting kann nicht nur das Unternehmensimage verbessern, sondern auch Investoren und Kunden überzeugen. Im Folgenden werden typische Fehler beim Einführen eines ESG-Systems beleuchtet und praktische Schritte zur Implementierung innerhalb von 14–30 Tagen aufgezeigt.

Typische Fehler beim ESG-Reporting

Unklare Zielsetzung: Ein häufiger Fehler ist das Fehlen klarer Ziele und Prioritäten bei der Ausarbeitung des ESG-Berichts. Ohne präzise Zielsetzungen wird das Reporting beliebig und wenig aussagekräftig. Zur Korrektur sollten Unternehmen spezifische, messbare und erreichbare Ziele definieren, die auf ihre Branche und Unternehmensgröße abgestimmt sind. Ein erster Schritt könnte die Erfassung und Analyse von bisherigen Umweltdaten sein, gefolgt von der Definition von Zielvorgaben, etwa einer Senkung des Energieverbrauchs um einen bestimmten Prozentsatz.

Fehlende Datenqualität: Ein weiteres Problem ist die unzureichende Qualität der erhobenen Daten. Unvollständige oder ungenaue Daten können das gesamte Reporting untergraben und schaden der Glaubwürdigkeit. Zur Behebung sollten Unternehmen klare Prozesse zur Datenerhebung und -verifizierung etablieren. Dies umfasst die Schulung von Mitarbeitern im Umgang mit Daten sowie die Implementierung von Datenerhebungs- und Prüfverfahren.

Mangelnde Kommunikation mit Stakeholdern: Oft wird versäumt, die Erwartungen der relevanten Interessengruppen zu berücksichtigen. Ein ESG-Reporting sollte im Dialog mit internen und externen Stakeholdern entwickelt werden, um deren Bedürfnisse und Erwartungen zu integrieren. Eine Lösung hierfür ist der frühzeitige Austausch mit wichtigen Anspruchsgruppen, um deren Perspektiven und Bedenken zu berücksichtigen. Workshops oder Befragungen können hier wertvolle Einblicke liefern.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage

Tag 1–5: Bestandsaufnahme und Zieldefinition. Beginnen Sie mit der Sammlung bestehender interner Umwelt-, Sozial- und Governance-Daten. Analysieren Sie diese und setzen Sie konkrete Ziele in Anlehnung an bewährte Branchenstandards.

Tag 6–10: Prozessimplementierung. Entwickeln Sie ein System zur kontinuierlichen Datenerfassung und -aufbereitung. Schulen Sie Personal, um die Erhebung und den Umgang mit Daten zu standardisieren und zu optimieren.

Tag 11–15: Stakeholder-Engagement. Identifizieren Sie wichtige Stakeholder und beginnen Sie den Dialog, um deren Erwartungen zu verstehen. Nutzen Sie Umfragen oder persönliche Gespräche, um ein umfassendes Bild zu gewinnen.

Tag 16–20: Erstellung des ersten Entwurfs. Erstellen Sie einen ersten Entwurf Ihres ESG-Berichts, der die definierten Ziele, gesammelten Daten und die Erwartungen der Stakeholder reflektiert.

Tag 21–25: Feedback-Schleife. Teilen Sie den Entwurf mit internen und externen Stakeholdern, um wertvolles Feedback zu erhalten. Überarbeiten Sie den Bericht basierend auf den Rückmeldungen.

Tag 26–30: Finalisierung und Kommunikation. Finalisieren Sie den ESG-Bericht und entwickeln Sie eine Kommunikationsstrategie, um Ihre Ergebnisse intern und extern effektiv zu präsentieren.

Ein strukturierter Ansatz in Kombination mit realistischen Zielen und der Einbeziehung von Stakeholdern ermöglicht es KMUs, ein solides ESG-Reporting einzuführen, das langfristig den Unternehmenserfolg unterstützt.