Effiziente Cloud-Kostensenkung durch Monitoring

Autor: Roman Mayr

Effiziente Cloud-Kostensenkung durch Monitoring

Cloud-Infrastruktur ·

Cloud-Infrastruktur bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile, dennoch können die Kosten schnell aus dem Ruder laufen, wenn nicht gezielt gesteuert wird. Eine bewusste Planung und Überwachung sind daher entscheidend, um die Ausgaben in einem überschaubaren Rahmen zu halten.

Fehlende Ressourcenanpassung

Einer der häufigsten Fehler bei der Nutzung von Cloud-Diensten ist das Versäumnis, die zugewiesenen Ressourcen regelmässig anzupassen. Viele Unternehmen neigen dazu, aus Sicherheitsgründen mehr Rechenleistung, Speicherplatz und andere Ressourcen zu mieten, als tatsächlich benötigt wird. Dies führt zu unnötigen Kosten. Eine regelmässige Analyse der Nutzungsstatistiken sollte durchgeführt werden, um nicht genutzte Ressourcen abzuschalten oder zu verkleinern. In den meisten Cloud-Umgebungen stehen Tools zur Verfügung, die es ermöglichen, die tatsächliche Nutzung zu überwachen und entsprechende Anpassungen vorzunehmen.

Unzureichendes Monitoring

Ein weiterer typischer Fehler ist das Fehlen eines soliden Monitoringsystems. Ohne ständige Überwachung der Auslastung und Nutzungsdaten können unvorhergesehene Spitzen in der Nutzung und somit auch bei den Kosten entstehen. Unternehmen sollten unbedingt in Monitoring-Tools investieren, die Echtzeit-Einblicke in die Cloud-Nutzung bieten und automatische Benachrichtigungen für ungewöhnliche Aktivitäten senden können. Der Einsatz von Services wie CloudWatch (AWS) oder Azure Monitor ermöglicht eine detaillierte Auswertung der Ressourcenbeanspruchung, was zu einer besseren Kostenkontrolle beiträgt.

Ignorieren von Reserved Instances

Viele Unternehmen ziehen es vor, die Flexibilität von On-Demand-Ressourcen zu nutzen, ignorieren dabei jedoch das Einsparungspotential von Reservierungsmöglichkeiten. Durch die langfristige Buchung von Ressourcen in Form von Reserved Instances lassen sich erheblich Kosten senken. Vor allem bei stabiler und vorhersehbarer Nutzung lassen sich so bis zu 75% der Mietkosten einsparen. Unternehmen sollten ihr Nutzungsmuster sorgfältig analysieren und überlegen, wo der Einsatz von Reserved Instances sinnvoll ist.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage


  1. Analyse der aktuellen Nutzung: Dedizieren Sie die erste Woche zur Analyse der tatsächlich verwendeten Cloud-Ressourcen. Nutzen Sie Monitoring-Tools, um die Nutzungsmuster der letzten Monate zu beurteilen.
  2. Ressourcenanpassung: Basierend auf der Analyse sollten nicht genutzte oder überdimensionierte Ressourcen eliminiert oder skaliert werden.
  3. Einführung eines Monitoringsystems: Implementieren Sie bis Mitte der zweiten Woche ein Monitoring-System, falls noch keines existiert. Richten Sie Benachrichtigungen für unerwartete Nutzungstrends ein.
  4. Evaluation von Reservierungsoptionen: Untersuchen Sie ab der dritten Woche die bestehenden Möglichkeiten für Reserved Instances oder andere Sparpläne, um langfristige Ausgaben zu reduzieren.
  5. Regelmässige Reviews: Erstellen Sie einen Plan für regelmässige Überprüfungen der Cloud-Nutzung. Dies sollte mindestens monatlich geschehen, um flexibel auf Nutzungsänderungen reagieren zu können.

Durch die schrittweise Umsetzung dieser Massnahmen können Unternehmen innerhalb eines Monats eine erheblich bessere Kostenkontrolle ihrer Cloud-Infrastruktur erzielen und somit langfristig finanzielle Mittel freisetzen.