Effizientes PMO für KMU gestalten

Autor: Roman Mayr

Effizientes PMO für KMU gestalten

Projektmanagement ·

Ein leichtgewichtiges Project Management Office (PMO) kann den Projektablauf in einem kleinen oder mittleren Unternehmen erheblich optimieren, ohne dabei unnötig aufwändig oder kostspielig zu sein. Der Schlüssel liegt darin, das PMO so zu gestalten, dass es flexibel und skalierbar bleibt, um den spezifischen Bedürfnissen der Organisation gerecht zu werden.

Typische Fehler und deren Korrektur

Ein häufiger Fehler beim Einrichten eines PMOs besteht darin, zu versuchen, alle möglichen Projektmanagement-Standards und -Prozesse gleichzeitig zu implementieren. Dies führt oft zu einem übermässig komplexen und schwerfälligen System, das mehr Bürokratie als Nutzen bringt. Diese Vollständigkeitsfalle kann vermieden werden, indem man sich zunächst nur auf die wesentlichen Tools und Prozesse konzentriert, die den grössten Mehrwert für das Unternehmen bieten.

Ein weiterer typischer Fehler liegt in der Erschaffung von Hierarchien, die den Informationsfluss und die Entscheidungsfindung verlangsamen. PMOs sollten darauf achten, flache Strukturen zu bewahren und sicherzustellen, dass Informationen effizient und direkt fliessen können. Dies vermeidet Verzögerungen und erhöht die Agilität, ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Projekten in KMU.

Oftmals vernachlässigt wird auch die Pflege des Stakeholder-Engagements. Ein PMO sollte die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Projektteams und anderen Geschäftsbereichen verbessern, anstatt als isolierte Einheit zu agieren. Durch regelmässigen Austausch und transparente Kommunikation können Missverständnisse vermieden und die Unterstützung für Projekte gefestigt werden.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage


  1. Bedarfserhebung und Zieldefinition (Tage 1-5): Beginnen Sie mit einer gründlichen Erhebung der aktuellen Projektmanagement-Praktiken und -Bedürfnisse. Definieren Sie klare Ziele, die Sie mit dem PMO erreichen wollen, und stimmen Sie diese mit den Unternehmenszielen ab.
  2. Prozessauswahl und Priorisierung (Tage 6-10): Identifizieren Sie die wichtigsten Prozesse, die das PMO unterstützen soll, und priorisieren Sie diese nach ihrem unmittelbaren Nutzen. Halten Sie dabei die Prozesse einfach und gut verständlich.
  3. Einführung geeigneter Tools (Tage 11-15): Wählen Sie leicht implementierbare Projektmanagement-Tools, die keine umfangreiche Schulung erfordern. Diese Tools sollten die Kernprozesse effizient unterstützen und von den Nutzern leicht akzeptiert werden.
  4. Stakeholder-Engagement stärken (Tage 16-20): Führen Sie Workshops oder Meetings ein, um den Dialog zwischen den Projektteams und relevanten Abteilungen zu fördern. Sorgen Sie dafür, dass die Anforderungen und Erwartungen der Stakeholder berücksichtigt werden.
  5. Testing und Anpassung (Tage 21-25): Starten Sie einen Testlauf mit einem kleinen Projekt oder einer Projekteinheit. Sammeln Sie Feedback der Anwender und nehmen Sie notwendige Anpassungen am System oder den Prozessen vor.
  6. Feedback und Iteration (Tage 26-30): Nach den ersten drei Wochen führen Sie eine umfassende Feedback-Runde durch und passen Prozesse oder Tools entsprechend an. Halten Sie das System unkompliziert, um in Zukunft flexibel auf Veränderungen reagieren zu können.

Durch die schrittweise und sorgfältige Einführung eines leichtgewichtigen PMOs können KMU die Vorteile eines strukturierten Projektmanagements nutzen, ohne sich in bürokratischen Prozessen zu verlieren. Dies ermöglicht es, Projekte effizienter zu planen und durchzuführen, und trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken.