Effizientes PMO für KMU ohne Bürokratiefalle

Autor: Roman Mayr

Effizientes PMO für KMU ohne Bürokratiefalle

Projektmanagement ·

Ein PMO (Project Management Office) effektiv und leichtgewichtig aufzusetzen, kann für viele KMU eine Herausforderung darstellen. Das Ziel sollte sein, eine zentrale Stelle zur Koordination, Unterstützung und Überwachung von Projekten zu schaffen, ohne unnötige Bürokratie oder Komplexität einzuführen.

Typische Fehler und deren Korrektur


  1. Überregulierung: Viele Unternehmen neigen dazu, bei der Implementierung eines PMO zu überregulieren, indem sie zahlreiche Prozesse und Dokumentationen einführen, die mehr administrativen Aufwand als Nutzen erzeugen.
  • Korrektur: Konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Prozesse, die dem Unternehmen unmittelbar einen Mehrwert bieten. Beginnen Sie mit einem einfachen Set von Richtlinien und Tools, das im Laufe der Zeit schrittweise erweitert werden kann, falls der Bedarf besteht.

  1. Fehlende Anpassung an die Unternehmensbedürfnisse: Ein häufig gemachter Fehler ist, ein PMO nach einem Standardmodell ohne Anpassung an die spezifischen Bedürfnisse und Gegebenheiten des Unternehmens einzuführen.
  • Korrektur: Analysieren Sie die spezifischen Anforderungen Ihres Unternehmens und passen Sie die Anforderungen an das PMO dementsprechend an. Achten Sie darauf, dass die Strukturen und Prozesse flexibel genug sind, um sich an Veränderungen im Unternehmen anzupassen.

  1. Unterbewertete Kommunikation: Fehlende oder unzureichende Kommunikation bei der Einführung eines PMO kann dazu führen, dass dessen Nutzen nicht verstanden wird, was in mangelnder Unterstützung und Akzeptanz münden kann.
  • Korrektur: Kommunizieren Sie klar und offen über die Ziele und Vorteile des PMO. Stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten sich einbezogen fühlen und verstehen, wie das PMO ihre Arbeit unterstützen kann.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage


  1. Analysephase (1. Woche): Sammeln Sie Informationen zu den aktuellen Projektmanagementpraktiken und identifizieren Sie Stärken sowie Verbesserungsbereiche. Konsultieren Sie dabei Projektleiter und andere Stakeholder.
  2. Definition der Ziele (2. Woche): Legen Sie klare Ziele und Prioritäten für das PMO fest. Diskutieren Sie mit den relevanten Beteiligten, was erreicht werden soll und welche spezifischen Bedürfnisse das PMO erfüllen muss.
  3. Erstellung eines Grundkonzepts (3. Woche): Entwickeln Sie ein einfaches Konzept mit klaren Prozessen, Rollen und Verantwortlichkeiten. Achten Sie auf Einfachheit und Effizienz. Wählen Sie auch geeignete PM-Software-Tools, die zur Unternehmensgrösse und den spezifischen Anforderungen passen.
  4. Pilotphase (4. Woche): Implementieren Sie das PMO als Pilotprojekt in einem kleinen Team oder in einem einzelnen Projekt. Sammeln Sie Feedback und analysieren Sie die Ergebnisse. Optimieren Sie bei Bedarf Prozesse und Methoden.
  5. Auswertung und Anpassung (Ende der 4. Woche): Basierend auf den Erfahrungen aus der Pilotphase evaluieren Sie das PMO und nehmen nötige Anpassungen vor. Bereiten Sie eine schrittweise Erweiterung des leichtgewichtigen PMO auf andere Bereiche vor.

Durch einen fokussierten, inkrementellen Ansatz können überflüssige Komplexitäten vermieden und nachhaltig positive Effekte erzielt werden, um die Projektmanagementfähigkeiten des Unternehmens zu steigern.