Effizienzsteigerung im Bestandsmanagement

Autor: Roman Mayr

Effizienzsteigerung im Bestandsmanagement

Einkaufsmanagement ·

Optimierung des Bestandsmanagements: Fehler vermeiden und Effizienz steigern

Eine der zentralen Aufgaben im Einkaufsmanagement ist das effiziente Bestandsmanagement. Ziel ist es, die optimale Balance zwischen Versorgungssicherheit und Lagerkosten zu finden. Dabei können Unternehmen ihre Lagerbestände optimieren und gleichzeitig die Lieferkette stabil halten. Nachfolgend werden typische Fehler im Bestandsmanagement aufgezeigt und wie sie zu vermeiden sind. Anschliessend wird ein pragmatischer Plan vorgestellt, um die Bestandsverwaltung in den nächsten Wochen entscheidend zu verbessern.

Fehler 1: Fehlende Bedarfsprognosen

Ein häufiger Fehler im Bestandsmanagement ist das Fehlen oder die ungenügende Genauigkeit der Bedarfsprognosen. Viele Unternehmen verlassen sich noch immer auf manuelle Methoden oder veraltete Daten. Dies führt oft zu Überbeständen oder Engpässen, die sowohl die Lagerhaltungskosten erhöhen als auch die Kundenzufriedenheit beeinträchtigen können.

Lösung: Um diesem Problem entgegenzuwirken, sollten Unternehmen moderne Prognosetools einsetzen, die auf statistischen Modellen basieren. Diese Tools können externe Faktoren wie saisonale Schwankungen und Markttrends berücksichtigen. Zudem sollten sie regelmässig die Genauigkeit der Prognosen überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen.

Fehler 2: Ineffiziente Lagerhaltung

Ein weiteres häufiges Problem zeigt sich in einer ineffizienten Lagerhaltung, bei der die räumliche Anordnung der Bestände nicht optimal ist. Unter- oder Überbelegung von Lagerflächen erschwert den schnellen Zugriff auf benötigte Waren und kann zu Verzögerungen im Ablauf führen.

Lösung: Effiziente Lagerverwaltung erfordert eine durchdachte und strukturierte Anordnung der Produkte. Der Einsatz von Lagerverwaltungssystemen (LVS), die automatisierte Bestandsaufnahmen und optimierte Lagerplatzierungen ermöglichen, kann die Effizienz deutlich steigern. Diese Systeme helfen auch, das FIFO-Prinzip (First In, First Out) einzuhalten und damit Überalterung von Lagerbeständen zu vermeiden.

Fehler 3: Unklar definierte Prozesse

Oft sind Bestandsmanagementprozesse nicht klar definiert. Unklare oder fehlende Prozesse führen zu Verwirrung und Ungenauigkeiten bei der Bestandsverwaltung und erschweren die Kontrolle und Nachverfolgung von Warenbewegungen.

Lösung: Es ist entscheidend, klare und einheitliche Prozesse für die Bestandsverwaltung zu etablieren. Dazu zählen standardisierte Arbeitsanweisungen und deren regelmässige Schulung. Ebenso sollten Unternehmen Dokumentationsrichtlinien einführen, um jederzeit den Überblick über Bestandsveränderungen zu gewährleisten.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Analyse und Überprüfung der aktuellen Bestände: Beginnen Sie mit einer umfassenden Bestandsaufnahme. Überprüfen Sie die vorhandenen Daten auf Genauigkeit und Aktualität.
  2. Implementierung von Prognosetools: Setzen Sie ein geeignetes Prognosetool ein. Schulungen für das zuständige Personal sind hierbei essenziell, um die Akzeptanz und den korrekten Einsatz sicherzustellen.
  3. Optimierung der Lageranordnung: Überdenken Sie die Anordnung in Ihrem Lager. Setzen Sie Prioritäten basierend auf der Umschlagshäufigkeit der Produkte und implementieren Sie Lagerverwaltungssysteme, um die Koordination zu verbessern.
  4. Prozessüberarbeitung und Standardisierung: Entwickeln Sie klare und nachvollziehbare Prozesse und dokumentieren Sie diese. Führen Sie regelmässige Schulungen durch, um das Personal auf den neuesten Stand zu bringen.
  5. Evaluierung und Anpassung: Nach etwa zwei Wochen sollte eine Evaluation der eingeführten Massnahmen erfolgen. Dabei werden die erzielten Verbesserungen überprüft und weitere Anpassungen vorgenommen.

Durch die proaktive Optimierung des Bestandsmanagements können Unternehmen nicht nur Kostensenkungen erzielen, sondern auch die Kundenzufriedenheit erhöhen. Die beschriebene Handlungsanleitung bietet einen klaren Fahrplan, um in kurzer Zeit substanzielle Verbesserungen zu realisieren.