Einkaufsmanagement: Lieferanten bewerten

Autor: Roman Mayr

Einkaufsmanagement: Lieferanten bewerten

Einkaufsmanagement ·

Eine sorgfältige Bewertung der Lieferanten ist entscheidend für den Erfolg und die Effizienz von Einkaufsprozessen in Schweizer KMUs. Durch eine fundierte Analyse können Risiken minimiert und die Zusammenarbeit mit Lieferanten optimiert werden. Dabei sollten jedoch einige typische Fehler vermieden werden, um eine aussagekräftige und nützliche Bewertung zu gewährleisten.

Fehler bei der Beurteilung der Zuverlässigkeit

Ein häufiger Fehler besteht darin, die Zuverlässigkeit eines Lieferanten lediglich anhand von pünktlichen Lieferungen in der Vergangenheit zu bewerten. Diese einseitige Beurteilung ignoriert potenzielle Risiken wie Lieferengpässe oder mangelnde Kommunikation bei Problemen. Korrektur: Ergänzen Sie die Bewertung um zusätzliche Kriterien wie Flexibilität bei Auftragsänderungen, Transparenz bei Lieferverzögerungen und die Reaktionsgeschwindigkeit bei Anfragen.

Unzureichende Berücksichtigung von Qualitätsaspekten

Oftmals bleiben Qualität und deren Konstanz im Schatten von Preisbetrachtungen. Ein niedriger Preis nutzt wenig, wenn die Qualität der gelieferten Waren nicht den Erwartungen entspricht, was zu Zusatzkosten durch Reklamationen oder Nachproduktion führen kann. Korrektur: Integrieren Sie Qualitätsaudits und verlangen Sie regelmässige Qualitätsberichte. Setzen Sie zudem auf kontinuierliches Monitoring der gelieferten Qualität über einen definierten Zeitraum.

Fehlende strategische Zusammenarbeit

Ein weiterer Fehler liegt darin, Lieferanten ausschliesslich als externe Dienstleister zu betrachten, statt als potentielle strategische Partner. Dieses Missverständnis führt dazu, dass wichtige Synergien und Innovationspotenziale ungenutzt bleiben. Korrektur: Entwickeln Sie gemeinsam mit Ihren Lieferanten Innovationsprojekte und setzen Sie auf eine langfristige strategische Ausrichtung, die beidseitige Entwicklungsziele berücksichtigt.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Analyse bestehender Lieferantenbeziehungen (1–7 Tage): Beginnen Sie mit einer umfassenden Überprüfung Ihrer aktuellen Lieferanten. Sammeln Sie Daten zu bisherigen Lieferpünktlichkeit, Qualität und Kommunikation. Legen Sie fest, welche zusätzlichen Informationen für eine vollständige Bewertung fehlen.
  2. Kriterien für Lieferantenbewertung definieren (8–14 Tage): Entwickeln Sie spezifische Kriterien zur Bewertung Ihrer Lieferanten, basierend auf Zuverlässigkeit, Qualität und strategischem Potenzial. Erarbeiten Sie ein Punktesystem oder einen Bewertungsbogen, der diese Aspekte klar und einheitlich erfasst.
  3. Lieferantengespräche führen (15–21 Tage): Führen Sie Gespräche mit Ihren wichtigsten Lieferanten. Diskutieren Sie die Bewertungsergebnisse und Ihre Erwartungen. Seien Sie offen für deren Feedback und Anregungen, um eine basisorientierte Zusammenarbeit zu fördern.
  4. Aufbau eines kontinuierlichen Bewertungsprozesses (22–30 Tage): Implementieren Sie einen regelmässigen Bewertungsprozess. Dieser sollte periodisch wiederholt und laufend an Marktveränderungen angepasst werden. Etablieren Sie einen Feedback-Mechanismus, um kontinuierliche Verbesserungen auf beiden Seiten zu gewährleisten.

Durch die Vermeidung typischer Fehler und die konsequente Anwendung dieser systematischen Handlungsanweisung können Schweizer KMUs ihre Lieferantenbeziehungen nachhaltig optimieren und Wettbewerbsvorteile erzielen.