Engpässe im Prozess identifizieren und beheben

Autor: Roman Mayr

Engpässe im Prozess identifizieren und beheben

Prozessoptimierung ·

Effiziente Prozessoptimierung zielt darauf ab, Engpässe in den Betriebsabläufen zu identifizieren und zu beheben. Der Kern dieser Vorgehensweise besteht darin, die Leistungsfähigkeit der gesamten Wertschöpfungskette zu steigern, ohne dass zusätzliche Ressourcen erforderlich werden. Erfolgreiche Prozessoptimierung erfordert ein strukturiertes Vorgehen, das durch eine sorgfältige Fehleranalyse und -behebung unterstützt wird.

Typische Fehler bei der Erkennung und Behebung von Engpässen

Ein häufig verbreiteter Fehler ist die Konzentration auf Symptome statt auf die Ursachen. Unternehmen neigen dazu, sofort Massnahmen zu ergreifen, welche die offensichtlichsten Probleme adressieren, ohne deren zugrundeliegende Ursachen zu analysieren. Dies kann zu kurzfristigen Verbesserungen führen, löst jedoch das eigentliche Problem nicht. Die Korrektur besteht darin, eine fundierte Ursachenanalyse durchzuführen, etwa durch die Anwendung von Methoden wie der 5-Why-Technik oder Ishikawa-Diagrammen, um sicherzustellen, dass die Kernursache identifiziert wird.

Ein weiterer typischer Fehler ist die unzureichende Datenerhebung. Ohne verlässliche und umfangreiche Daten kann die Erkennung von Engpässen basierend auf Vermutungen erfolgen, was die Effizienz der Optimierung untergräbt. Hier liegt die Korrektur darin, ein robustes Datenerfassungs- und Analyseverfahren zu etablieren. Dies kann durch den Einsatz digitaler Werkzeuge zur Überwachung der betrieblichen Leistung und eine Kultur der genauen Dokumentation erreicht werden.

Schliesslich wird oft vernachlässigt, die gesamte Organisation in den Veränderungsprozess einzubinden. Prozessoptimierungen, die isoliert durchgeführt werden, können auf Widerstand treffen und nicht die erhoffte Verbesserung bringen. Um dies zu korrigieren, muss eine effektive Kommunikation und Schulung sichergestellt werden, um eine unternehmensweite Unterstützung für die angestrebten Änderungen zu gewährleisten.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage


  1. Woche Eins bis Zwei:
  • Problemidentifikation: Starten Sie mit einer umfassenden Prozessüberprüfung. Sammeln Sie Daten aus allen relevanten Bereichen des Unternehmens. Nutzen Sie Diagramme, Flussanalysen und andere Visualisierungstools, um Änderungsmuster und Engpässe zu erkennen.
  • Ursachenanalyse: Wenden Sie dedizierte Analysemethoden an, um die tieferliegenden Ursachen für jeden identifizierten Engpass zu ermitteln. Priorisieren Sie Engpässe basierend auf deren Einfluss auf die Gesamtleistung des Unternehmens.

  1. Woche Drei:
  • Massnahmenplanung: Entwickeln Sie konkrete Massnahmen zur Behebung der ermittelten Engpässe. Achten Sie darauf, Massnahmen zu wählen, die nachhaltig sind und künftigen Problemen vorbeugen können.
  • Pilotphase: Führen Sie die geplanten Massnahmen in einem begrenzten Umfang als Pilotprojekt durch, um deren Effektivität und Akzeptanz zu testen, bevor sie auf breiter Basis umgesetzt werden.

  1. Woche Vier:
  • Evaluation und Anpassung: Bewerten Sie die Auswirkungen der durchgeführten Änderungen anhand von vorher festgelegten Metriken und Kriterien. Nehmen Sie basierend auf den Ergebnissen notwendige Anpassungen vor.
  • Unternehmensweite Implementierung: Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase beginnen Sie mit der unternehmensweiten Umsetzung der optimierten Prozesse. Begleiten Sie diesen Schritt mit geeigneten Schulungen und Kommunikationsinitiativen.

Die konsequente Einhaltung dieser Schritte kann dazu führen, dass Engpässe nachhaltig behoben werden, wodurch eine spürbare Steigerung der Effizienz und Produktivität im Unternehmen erreicht wird.