Engpässe in Prozessen effektiv beseitigen

Autor: Roman Mayr

Engpässe in Prozessen effektiv beseitigen

Prozessoptimierung ·

In der Prozessoptimierung sind Engpässe oft die entscheidenden Punkte, die über die Effizienz eines Unternehmens entscheiden. Die Fähigkeit, Engpässe zu erkennen und gezielt zu beheben, ist daher zentral, um die Produktivität zu steigern und Ressourcen optimal zu nutzen.

Typische Fehler bei der Erkennung von Engpässen

Ein häufig gemachter Fehler besteht darin, dass Unternehmen sich zu sehr auf quantitative Daten verlassen und qualitative Faktoren ausser Acht lassen. Oftmals konzentriert man sich ausschliesslich auf messbare Kennzahlen wie Produktionsvolumen oder Durchlaufzeiten, ohne die zugrundeliegenden Gründe für einen Engpass zu analysieren. Eine Korrektur dieses Ansatzes besteht darin, qualitative Informationen, wie etwa Mitarbeiterfeedback und Prozessbeobachtungen, mit einzubeziehen. Diese Informationen können Aufschluss darüber geben, ob beispielsweise ein technisches Defizit oder ein ressourcenbedingtes Problem vorliegt.

Ein weiterer verbreiteter Fehler ist, Engpässe isoliert zu betrachten, anstatt den gesamten Prozessfluss im Auge zu behalten. Prozesse innerhalb eines Unternehmens sind häufig eng miteinander verbunden, und ein Engpass in einem Bereich kann Auswirkungen auf andere Bereiche haben. Die umsichtige Herangehensweise besteht darin, den Prozess als Ganzes zu analysieren, um zu ermitteln, ob der Engpass symptomatisch für ein grösseres, systemisches Problem ist.

Handlungsanleitung zur Behebung von Engpässen


  1. Identifikation der Engpässe (0–7 Tage): Beginnen Sie mit einer umfassenden Prozessanalyse. Nutzen Sie sowohl quantitative Daten als auch qualitative Informationen. Führen Sie Gespräche mit den beteiligten Mitarbeitern und beobachten Sie den Prozess direkt vor Ort.
  2. Analyse der Ursachen (7–14 Tage): Nachdem die Engpässe identifiziert wurden, erarbeiten Sie verschiedene mögliche Ursachen. Hierbei sollte sowohl auf operative als auch auf strategische Faktoren eingegangen werden. Nutzen Sie Methoden wie die Ursachen-Wirkungs-Diagramme oder die 5-Why-Methode, um die Wurzeln der Engpässe zu ermitteln.
  3. Erstellung und Umsetzung eines Aktionsplans (14–30 Tage): Entwickeln Sie Massnahmen zur Beseitigung der Ursachen. Dies könnte die Einführung neuer Technologien, Prozessänderungen oder eine Umverteilung der Ressourcen umfassen. Implementieren Sie die Massnahmen in kleinem Massstab, um die Auswirkungen zu überwachen, und adaptieren Sie die Strategien gegebenenfalls, bevor eine grössere Einführung stattfindet.

Durch einen strukturierten Ansatz zur Erkennung und Beseitigung von Engpässen kann die Prozessleistung nachhaltig verbessert werden. Die systematische Umsetzung dieser Handlungsanleitung schafft Klarheit, erhöht die operative Effizienz und stärkt die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens.