Engpässe in Prozessen effektiv identifizieren

Autor: Roman Mayr

Engpässe in Prozessen effektiv identifizieren

Prozessoptimierung ·

Engpässe sind in der Prozessoptimierung allgegenwärtig und können die Effizienz und Leistung eines Unternehmens erheblich beeinträchtigen. Die genaue Erkennung und Behebung solcher Engpässe ist entscheidend für die Verbesserung der Geschäftsabläufe und die Erhöhung der Produktivität. Dieser Artikel befasst sich mit den systematischen Schritten zur Identifizierung und Beseitigung von Engpässen und bietet praktische Lösungen zur Vermeidung häufiger Fehler.

Kernaussage: Effektive Erkennung und Beseitigung von Engpässen generiert nachhaltige Effizienzsteigerungen in Geschäftsprozessen.

Typische Fehler bei der Engpassbewältigung


  1. Unklarheit über den Prozessablauf: Einer der häufigsten Fehler ist, dass die Mitarbeitenden und oft auch das Management den gesamten Prozessablauf nicht vollständig verstehen. Unklarheiten oder Missverständnisse darüber, wie ein Prozess Schritt für Schritt abläuft, erschweren die Identifizierung von Engpässen. Diese Verwirrung kann zu ungenauen Daten und letztlich zu unzureichenden Lösungen führen.

Korrektur: Stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten ein umfassendes Prozessdiagramm vorliegen haben. Führen Sie Workshops und Schulungen durch, um ein einheitliches Verständnis sicherzustellen. Der Einsatz von Prozessvisualisierungstools kann hilfreich sein, um den Überblick zu behalten und transparente Abläufe zu schaffen.
  1. Übersehen versteckter Engpässe: Ein weiterer Fehler besteht darin, dass Unternehmen oft nur offensichtliche Engpässe behandeln und dabei subtile, versteckte Blockaden im Prozess übersehen. Diese können auf organisatorischer Ebene oder innerhalb der Kommunikationswege auftreten und sind nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich.

Korrektur: Führen Sie regelmässige, tiefgründige Prozessanalysen durch, die sowohl qualitative als auch quantitative Daten berücksichtigen. Nutzen Sie Prozesskennzahlen (KPIs) und detaillierte Audits, um alle Engpässe aufzudecken, nicht nur die offensichtlichen. Gehen Sie in den direkten Austausch mit den Mitarbeitenden, um deren Sichtweise einzubeziehen.
  1. Reaktive statt proaktive Vorgehensweise: Viele Unternehmen reagieren erst dann auf Engpässe, wenn diese bereits zu gravierenden Problemen geführt haben. Diese reaktive Haltung kann zu kostspieligen und zeitaufwändigen Korrekturmassnahmen führen.

Korrektur: Entwickeln Sie eine proaktive Strategie zur Erkennung und Behebung von Engpässen, die regelmässige Überprüfungen und Optimierungen vorsieht. Implementieren Sie ein kontinuierliches Verbesserungsprogramm (KVP), um Engpässe rechtzeitig zu identifizieren und zu beheben, bevor sie das Geschäftsresultat beeinträchtigen.

Handlungsanleitung für die ersten 14–30 Tage

Phase 1 (Tag 1–7):

  • Sammeln Sie alle relevanten Informationen zu Ihren Geschäftsprozessen und erstellen Sie ein detailliertes Prozessdiagramm.
  • Führen Sie ein Kick-off-Meeting mit den beteiligten Mitarbeitenden durch, um Transparenz über das Engagement der Geschäftsführung und die Zielsetzung des Projekts herzustellen.

Phase 2 (Tag 8–14):
  • Beginnen Sie mit der systematischen Datensammlung und -analyse zur Identifizierung möglicher Engpässe. Nutzen Sie sowohl quantitative Daten (z. B. Durchlaufzeiten) als auch qualitative Insights (Mitarbeiterbefragungen).
  • Bilden Sie ein Team aus Prozessverantwortlichen, die für die Erkennung und Dokumentation von Engpässen zuständig sind.

Phase 3 (Tag 15–30):
  • Arbeiten Sie konkrete Verbesserungsmassnahmen aus und priorisieren Sie diese nach Dringlichkeit und Einfluss auf den Prozess.
  • Implementieren Sie die ersten Optimierungen und messen Sie ihre Auswirkungen. Passen Sie die Massnahmen bei Bedarf an und führen Sie ein Follow-up durch, um die Nachhaltigkeit der Veränderungen sicherzustellen.
  • Etablieren Sie einen Routineprozess zur kontinuierlichen Überwachung und Optimierung Ihrer Geschäftsprozesse.

Durch die konsequente Beachtung dieser Schritte können Unternehmen nicht nur bestehende Engpässe beseitigen, sondern auch fortlaufend für effiziente und flexible Prozesse sorgen.