Entwicklung passgenauer SLAs im Rollout-Management

Autor: Roman Mayr

Entwicklung passgenauer SLAs im Rollout-Management

Rollouts & Service Provider ·

In der heutigen Geschäftswelt sind Service Level Agreements (SLAs) ein unverzichtbarer Bestandteil von Partnerschaften zwischen KMU und Service Providern. Ein präzise formuliertes SLA ist der Schlüssel zur Wahrung von Interessen beider Parteien und zur Sicherstellung von Dienstleistungsqualität. Häufig bestehen jedoch Lücken, die leicht korrigiert werden könnten, um einen effektiveren Schutz und Mehrwert zu gewährleisten.

Typische Fehler

Einer der häufigsten Fehler ist die unzureichende Klarheit bei den definierten Leistungskennzahlen. Oft werden Begriffe und Konditionen zu vage beschrieben, was zu unterschiedlichen Interpretationen führen kann. Um dies zu korrigieren, sollten Unternehmen sicherstellen, dass jede Kennzahl spezifisch, messbar und nachvollziehbar ist. Beispielsweise statt „schnelle Reaktionszeiten“, sollte „24/7 Reaktionszeit innerhalb von zwei Stunden“ klar benannt werden.

Ein weiterer Fehler ist das Fehlen von Flexibilität im SLA, um auf Veränderungen im Geschäftsbedarf oder in der Technologieumgebung reagieren zu können. Ein starres SLA kann schnell obsolet werden und die Möglichkeit für Anpassungen einschränken. Eine Korrektur besteht darin, regelmäßige Überprüfungen und Aktualisierungen im Vertrag vorzusehen, um sicherzustellen, dass er den aktuellen Anforderungen entspricht.

Zudem wird oft die Bedeutung der Eskalationsprozedur unterschätzt. Ohne klar definierte Schritte für den Fall eines SLA-Verstosses kann es zu Verzögerungen bei der Problemlösung kommen. Unternehmen sollten deshalb eine detaillierte Eskalationsmatrix integrieren, die klare Rollen und Verantwortlichkeiten sowie zeitliche Vorgaben enthält, um effizient auf Unregelmässigkeiten zu reagieren.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage

In den kommenden zwei bis vier Wochen sollten Unternehmen einen systematischen Ansatz verfolgen, um ihre SLAs auf den Prüfstand zu stellen:

  1. Bestandsaufnahme: Beginnen Sie mit einer gründlichen Überprüfung der bestehenden SLAs, um Schwachstellen und vage Formulierungen zu identifizieren. Machen Sie von dieser Übersicht eine priorisierte Liste möglicher Anpassungen.
  2. Klärung der Bedürfnisse: Halten Sie eine Sitzung mit den wichtigsten Beteiligten aus den Bereichen, die vom SLA betroffen sind, um aktuelle und zukünftige Geschäftsanforderungen zu besprechen. Dies sichert, dass alle relevanten Aspekte und Neuerungen bei den Leistungskennzahlen berücksichtigt werden.
  3. Rechtsprüfung: Lassen Sie die vorgeschlagenen Anpassungen von einem fachkundigen Rechtsberater überprüfen, der mit dem kommerziellen Kontext und spezifischen Branchenstandards vertraut ist.
  4. Verhandlung mit dem Provider: Setzen Sie sich mit Ihrem Service Provider zusammen, um die Anpassungen zu diskutieren und einen Konsens über die neuen, klaren und flexiblen Bestimmungen zu erzielen.
  5. Einführung und Training: Informieren Sie Ihr Team über die aktualisierten SLAs und führen Sie Schulungen durch, um sicherzustellen, dass alle beteiligten Mitarbeitenden die neuen Richtlinien und Eskalationsprozeduren verstehen.

Mit einem konsequenten und methodischen Vorgehen in diesen 14 bis 30 Tagen können Unternehmen sicherstellen, dass ihre SLAs nicht nur formal korrekt, sondern vor allem effektiv und an die spezifischen Bedürfnisse angepasst sind. Eine kontinuierliche Pflege und Aktualisierung ist entscheidend für dauerhafte Geschäftsbeziehungen und eine gleichbleibend hohe Servicequalität.