Erfüllung von AI-Vorgaben in der DACH-Region

Autor: Roman Mayr

Erfüllung von AI-Vorgaben in der DACH-Region

Responsible AI & Compliance ·

Die Einhaltung von Vorschriften im Bereich Responsible AI in der DACH-Region ist unerlässlich, um rechtliche Risiken zu minimieren und das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern zu gewinnen. Die Umsetzung entsprechender Compliance-Massnahmen erfordert jedoch ein sorgfältiges Verständnis der spezifischen regionalen Vorgaben und ein strategisches Vorgehen, um typische Fehler zu vermeiden.

Typische Fehler und deren Korrektur


  1. Unzureichendes Verständnis der regionalen Rechtsvorschriften: Viele Unternehmen unterschätzen die Komplexität der rechtlichen Anforderungen in der DACH-Region, die sich aus einem Mix aus nationalen und EU-Richtlinien ergeben. Zum Beispiel unterscheiden sich die Datenschutzvorschriften nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie spezifische nationale Gesetze in der Schweiz. Die Korrektur erfordert eine umfassende rechtliche Beratung durch Fachjuristen, die auf Technologie und Datenschutz spezialisiert sind, sowie Schulungen, um Mitarbeiter auf dem neuesten Stand zu halten.
  2. Fehlerhafte Datenerhebung und -verarbeitung: Ein häufiger Fehler besteht darin, Daten ohne eine klare Analyse der rechtlichen Grundlagen für deren Erhebung und Verarbeitung zu sammeln. Dies führt oft zu Verstössen gegen die Prinzipien der Datenminimierung und Zweckbindung. Unternehmen sollten hier eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) durchführen, um die potenziellen Risiken zu identifizieren und Prozesse entsprechend anzupassen. Dabei sollte die Einhaltung der drei "G's" der Datenverarbeitung – gerecht, gesetzeskonform und gemeinnützig – stets im Mittelpunkt stehen.
  3. Mangel an Transparenz bei algorithmischen Entscheidungen: In vielen Organisationen bleibt die Entscheidungsfindung durch Künstliche Intelligenz undurchsichtig, was gegen Transparenzanforderungen verstösst. Die Korrektur erfordert, dass Unternehmen klare Erklärungsmethoden für ihre KI-Systeme erarbeiten und sicherstellen, dass diese den Anwendern und Betroffenen verständlich sind. Dies beinhaltet die Dokumentation der Entscheidungsprozesse und gegebenenfalls die Bereitstellung von Erklärungen in allgemein verständlicher Sprache.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Audit und Inventarisierung: Beginnen Sie mit einem umfassenden Audit Ihrer KI-Systeme und Datenverarbeitungspraktiken. Erstellen Sie ein Inventar aller eingesetzten KI-Technologien und der damit verbundenen Daten. Dies schafft eine solide Grundlage für alle folgenden Compliance-Massnahmen.
  2. Rechtliche Überprüfung: Konsultieren Sie Rechtsexperten, um Lücken in Ihrer Einhaltung sowohl der DSGVO als auch spezifischer nationaler Vorschriften zu identifizieren. Führen Sie anhand dieser Überprüfung notwendige Anpassungen durch.
  3. Entwicklung eines Transparenzkonzepts: Entwerfen Sie ein Konzept zur Schaffung von Transparenz in Ihren KI-Prozessen. Entwickeln Sie Leitlinien für nachvollziehbare Entscheidungsabläufe und kommunizieren Sie diese intern deutlich.
  4. Schulung und Bewusstseinsbildung: Organisieren Sie Schulungen für Mitarbeiter, um das Bewusstsein für die Bedeutung von Compliance und Responsible AI zu schärfen. Stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten die gesetzlichen Anforderungen verstehen und die Prozesse korrekt umsetzen können.

Durch die strikte Umsetzung dieser Schritte können Unternehmen in der DACH-Region sicherstellen, dass ihre KI-Systeme nicht nur mit den gesetzlichen Anforderungen konform sind, sondern auch ethische Standards erfüllen, die heutzutage entscheidend für den Unternehmenserfolg sind.