Fachgerechtes Aufbauen eines soliden Risikoportfolios

Autor: Roman Mayr

Fachgerechtes Aufbauen eines soliden Risikoportfolios

Risikomanagement ·

Ein Risikoportfolio aufzubauen, ist für Schweizer KMU entscheidend, um finanzielle Verluste zu minimieren und Wachstumschancen zu nutzen. Ein strukturiertes Risikoportfolio ermöglicht es, Risiken gezielt zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern. Dies schafft eine solide Grundlage für langfristigen Unternehmenserfolg.

Typische Fehler und deren Korrektur

Ein häufiger Fehler bei der Erstellung eines Risikoportfolios ist die mangelhafte Identifikation relevanter Risiken. Viele Unternehmen neigen dazu, offensichtliche Risiken, wie Marktrisiken, zu berücksichtigen, übersehen jedoch weniger augenfällige, interne Schwachstellen wie IT-Sicherheitslücken oder Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten. Die Korrektur besteht hier in der Durchführung einer umfassenden Risikoinventur, bei der sowohl interne als auch externe Risikofaktoren systematisch erfasst werden.

Ein weiterer typischer Fehler ist die unzureichende Bewertung der identifizierten Risiken. Unternehmer neigen dazu, Risiken entweder zu überschätzen oder zu unterschätzen, was zu einer ineffizienten Allokation von Ressourcen führen kann. Die Korrektur erfordert eine strukturierte Risikobewertung anhand von Wahrscheinlichkeits- und Auswirkungensskalen. So können Risiken objektiv priorisiert und geeignete Massnahmen zu ihrer Bewältigung geplant werden.

Schliesslich führen viele KMU keine regelmässige Aktualisierung des Risikoportfolios durch. Dies kann dazu führen, dass das Unternehmen von plötzlich auftretenden Risiken überrascht wird. Die Korrektur besteht darin, ein festes Intervall für die Überprüfung und Aktualisierung des Risikoportfolios festzulegen, um sicherzustellen, dass dieses stets den aktuellen Unternehmens- und Marktbedingungen entspricht.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage

Innerhalb der nächsten 14 Tage sollte Ihr Unternehmen eine Risikoinventur durchführen. Sammeln Sie Informationen von allen Abteilungen, um ein umfassendes Bild der internen und externen Risiken zu erhalten. Dokumentieren Sie alle identifizierten Risiken in einer übersichtlichen Liste.

In den darauffolgenden 7 Tagen strukturieren Sie diese Liste anhand von Prioritäten. Bewerten Sie die erkannten Risiken bezüglich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf Ihr Unternehmen. Verwenden Sie hierfür eine einfache Matrix, um Klarheit über die gravierendsten Risiken zu erhalten.

In den letzten 7 bis 10 Tagen des 30-Tage-Zeitraums sollten Sie mit der Planung und Implementierung von Massnahmen zur Risikobewältigung beginnen. Entwickeln Sie Strategien, um die identifizierten Risiken zu minimieren, zu überwachen oder zu transferieren. Erstellen Sie zudem einen Plan für die regelmässige Überprüfung und Aktualisierung Ihres Risikoportfolios, um es dynamisch und effektiv zu gestalten.

Durch die disziplinierte Umsetzung dieser Schritte legen Sie den Grundstein für ein solides Risikoportfolio, das Ihr KMU widerstandsfähiger macht und Wachstumspotenziale sichert.