Finanz- & Controlling-Prozesse: Cashflow verbessern

Autor: Roman Mayr

Finanz- & Controlling-Prozesse: Cashflow verbessern

Finanz- & Controlling-Prozesse ·

Kernaussage: Ein effektives Cashflow-Management ist entscheidend für die finanzielle Stabilität und Wachstum von KMU. Durch die Identifikation und Korrektur typischer Fehler kann der Cashflow optimiert werden.

Ein gesunder Cashflow ist das Rückgrat jedes Unternehmens, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Bei den finanziellen Prozessen eines Unternehmens steht der Cashflow oft im Zentrum. Leider treten häufig Fehler auf, die zu Liquiditätsengpässen führen können. Im Folgenden werden drei typische Fehler beschrieben sowie Möglichkeiten zu ihrer Korrektur, gefolgt von einer Handlungsanleitung zur Verbesserung des Cashflows in den nächsten 14 bis 30 Tagen.

Fehler 1: Unzureichende Überwachung des Liquiditätsstatus
Ein häufiger Fehler in KMU ist das Versäumnis, den Liquiditätsstatus regelmäßig zu überwachen. Viele Unternehmen erfassen ihren Cashflow nur sporadisch, was zu unerwarteten Engpässen führen kann.

Lösung: Implementieren Sie ein regelmässiges Monitoring-System, idealerweise wöchentlich. Nutzen Sie hierfür eine einfache Tabellenkalkulation oder eine Cashflow-Management-Software, um Ein- und Auszahlungen zu kontrollieren und Prognosen durchzuführen. Dies ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Problemen und proaktive Massnahmen.

Fehler 2: Zu grosszügige Zahlungsziele
Lange Zahlungsziele für Kunden können kurzfristige Liquiditätsengpässe verursachen. Während es verlockend ist, Kunden mit grosszügigen Zahlungsfristen anzuziehen, kann dies den Cashflow erheblich belasten.

Lösung: Überarbeiten Sie Ihre Zahlungsbedingungen und erwägen Sie, frühzeitige Zahlungen zu incentivieren. Frühzahlerrabatte können Kunden motivieren, Rechnungen schneller zu begleichen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Bedingungen klar und durchsetzbar sind und eine ausgewogene Balance zwischen Attraktivität für den Kunden und Liquidität für Ihr Unternehmen bieten.

Fehler 3: Ineffiziente Lagerhaltung
Übermässige Lagerbestände binden Kapital und können den Cashflow erheblich beeinträchtigen. Oftmals sind KMU nicht ausreichend auf die Optimierung ihrer Lagerhaltung fokussiert.

Lösung: Führen Sie eine gründliche Analyse Ihres Bestell- und Lagerhaltungssystems durch. Implementieren Sie ein Just-in-Time-System oder verwenden Sie ein automatisiertes Bestandsmanagement, um Bestände zu reduzieren. Der Abbau von Überbeständen setzt Kapital frei und verbessert die Liquidität.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage

  1. Woche 1–2: Status Quo Analyse und Planung
  • Entwickeln Sie einen klaren Überblick über die aktuelle Cashflow-Situation durch eine umfassende Analyse der Finanzströme.
  • Setzen Sie Prioritäten, welche der identifizierten Fehler zuerst angegangen werden sollen und erstellen Sie einen konkreten Umsetzungsplan.

  1. Woche 3: Umsetzung erster Massnahmen
  • Starten Sie mit der Implementierung des regelmäßigen Cashflow-Monitorings. Planen Sie wöchentliche Meetings, um die Ergebnisse zu besprechen.
  • Überprüfen und modifizieren Sie die Zahlungsziele Ihrer Kundenverträge, und schulen Sie Ihr Verkaufsteam in neuen Konditionen.

  1. Woche 4: Monitoring und Anpassung
  • Beginnen Sie mit der Implementierung eines verbesserten Lagerhaltungskonzeptes. Arbeiten Sie eng mit Ihrem Einkauf und Vertrieb zusammen, um Bestandsmengen kritisch zu überprüfen.
  • Überwachen Sie den Erfolg der umgesetzten Massnahmen und passen Sie Ihre Strategien bei Bedarf an.

Durch die konsequente Umsetzung dieser Schritte innerhalb eines Monats können Sie Ihren Cashflow nachhaltig verbessern und die finanzielle Stabilität Ihres Unternehmens stärken.