Förderung einer konstruktiven Austauschpraxis

Autor: Roman Mayr

Förderung einer konstruktiven Austauschpraxis

Mitarbeiterzufriedenheit ·

Mitarbeiterzufriedenheit: Feedbackkultur stärken

In vielen Schweizer KMU wird die Förderung einer offenen und konstruktiven Feedbackkultur als Schlüssel zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit erkannt. Eine starke Feedbackkultur ermöglicht es den Mitarbeitenden, ihre Meinung offen mitzuteilen und von wertvollen Rückmeldungen zu profitieren, was schliesslich die gesamte Betriebskultur positiv beeinflusst. Doch häufig werden in diesem Prozess rudimentäre Fehler gemacht, die das Gegenteil bewirken.

Typische Fehler und deren Korrektur


  1. Unklarheit über Feedback-Ziele
Viele Führungskräfte versäumen es, die genauen Ziele von Feedback-Sitzungen klar zu kommunizieren. Ohne klare Absicht kann Feedback schnell in unproduktive Kritik abgleiten. Stattdessen sollten Führungskräfte jedes Feedbackgespräch mit einer klaren Zielvorgabe einleiten, sowohl für das Unternehmen als auch für den einzelnen Mitarbeitenden.
  1. Einseitige Kommunikation
Oft wird Feedback nur als monologartige Top-Down-Kommunikation praktiziert. Dies unterbindet den Dialog und lässt Mitarbeitende sich nicht gehört fühlen. Eine effektive Feedbackkultur erfordert einen offenen Dialog, bei dem Mitarbeitende eingeladen werden, ihre Sichtweisen und Rückmeldungen zu aktuellen Arbeitsprozessen und -erfahrungen aktiv zu teilen.
  1. Unangemessenes Timing
Feedback in Krisensituationen oder während Zeiten hoher Anspannung kann kontraproduktiv wirken. Wird es unkoordiniert oder ohne vorherige Ankündigung gegeben, kann es Mitarbeitende überraschen und verunsichern. Es ist ratsam, regelmässige, fest eingeplante Feedback-Sitzungen zu schaffen, in denen sowohl Lob als auch konstruktive Kritik in einem angemessenen Rahmen geäussert werden können.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  • Evaluierung der aktuellen Feedbackkultur: Beginnen Sie mit einer anonymen Umfrage unter den Mitarbeitenden, um die aktuelle Wahrnehmung der Feedbackkultur im Unternehmen zu evaluieren. Fragen Sie nach der Häufigkeit, der Qualität und der Nützlichkeit des Feedbacks, das sie erhalten.
  • Schulungen für Führungskräfte: Organisieren Sie ein kurzes Seminar zur effektiven Kommunikation und zum aktiven Zuhören für alle Führungskräfte. Dies wird ihnen helfen, sowohl Feedback besser zu geben als auch zu empfangen.
  • Implementierung von Feedback-Richtlinien: Entwickeln Sie klare Richtlinien für Feedback-Gespräche, die das Ziel, den Ton und den Timing dieser Sitzungen definieren. Teilen Sie diese Richtlinien mit den Mitarbeitenden, um Transparenz und Verständlichkeit sicherzustellen.
  • Einführung von Feedback-Intervallen: Planen Sie in den nächsten 14 bis 30 Tagen mindestens eine Feedbackrunde pro Abteilung ein. Achten Sie darauf, dass diese sowohl formale als auch informelle Gespräche umfassen, um sicherzustellen, dass alle Stimmen gehört werden.
  • Reflektion und Anpassung: Am Ende dieses Zeitraums sollten die Rückmeldungen der Mitarbeitenden nochmals gesammelt und analysiert werden, um die Effektivität der umgesetzten Massnahmen zu überprüfen und gegebenenfalls weitere Anpassungen vorzunehmen.

Durch die systematische Stärkung der Feedbackkultur können KMUs nicht nur die Zufriedenheit und das Engagement ihrer Mitarbeitenden erhöhen, sondern auch die Innovationsfähigkeit und die betriebliche Effizienz steigern.