Fundament der CO₂-Bilanz für nachhaltiges Handeln

Autor: Roman Mayr

Fundament der CO₂-Bilanz für nachhaltiges Handeln

Nachhaltigkeit & ESG ·

Die Ermittlung der CO₂-Bilanz als Grundlage für nachhaltiges Wirtschaften

Die Bestimmung der eigenen CO₂-Bilanz ist ein entscheidender Schritt für Unternehmen, die Nachhaltigkeit ernst nehmen wollen. Eine präzise und transparente CO₂-Bilanz bildet die Grundlage, um gezielte Massnahmen zur Reduktion von Emissionen einzuleiten und trägt dazu bei, die Anforderungen von Stakeholdern hinsichtlich Umweltverantwortung zu erfüllen.

Typische Fehler bei der Ermittlung der CO₂-Bilanz

Ein häufiger Fehler bei der CO₂-Bilanzerstellung ist die unvollständige Datenerfassung. Unternehmen tendieren dazu, sich lediglich auf direkt zuordenbare Emissionen, wie den Verbrauch fossiler Brennstoffe oder die Nutzung von Elektrizität, zu konzentrieren. Doch eine umfassende CO₂-Bilanz erfordert die Einbeziehung aller relevanten Emissionsquellen, einschliesslich derjenigen, die in der Lieferkette und bei der Nutzung von Produkten entstehen. Zur Korrektur sollte sich ein Unternehmen die vollständige Durchsicht seiner Wertschöpfungskette vornehmen und auch indirekte Emissionen berücksichtigen.

Ein weiterer Fehler ist die mangelnde Konsistenz bei der Anwendung von Berechnungsmethoden. Ohne einheitliche Standards entstehen oft inkonsistente Ergebnisse, die schwer vergleichbar sind. Unternehmen sollten international anerkannte Standards wie das Greenhouse Gas Protocol nutzen, um Transparenz und Vergleichbarkeit sicherzustellen.

Schliesslich vernachlässigen viele Betriebe die fortlaufende Aktualisierung der CO₂-Bilanz. Die Ermittlung sollte kein einmaliges Projekt sein, sondern kontinuierlich erfolgen, um zeitnahe Anpassungen der Strategie zu ermöglichen. Eine regelmässige Revision der CO₂-Daten und die Anpassung der Bilanzierungsmethodik an neue Erkenntnisse sind notwendig, um den aktuellen Gegebenheiten gerecht zu werden.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Bestandsaufnahme durchführen: Beginnen Sie mit der Erfassung aller direkten und indirekten Emissionsquellen in Ihrem Unternehmen. Erstellen Sie eine Liste aller Aktivitäten, die Treibhausgasemissionen verursachen, und bewerten Sie deren Umfang.
  2. Standardisierte Methodik anwenden: Forschung und Auswahl einer anerkannten Methode zur CO₂-Bilanzierung, wie das Greenhouse Gas Protocol. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter zu dessen Anwendung, um einheitliche und zuverlässige Ergebnisse zu gewährleisten.
  3. Verantwortlichkeiten definieren: Bestimmen Sie ein Team oder eine verantwortliche Person, die die Datenerfassung und -analyse überwacht. Stellen Sie sicher, dass dieses Team regelmässig über ihre Fortschritte berichtet und idealerweise Befugnisse hat, Massnahmenpakete zur Reduktion der Emissionen zu implementieren.
  4. Pilotprojekt starten: Wählen Sie einen Unternehmensbereich aus, um die neue CO₂-Bilanzierungsmethodik zu testen. Analysieren Sie die Ergebnisse, um etwaige Lücken oder Unklarheiten zu identifizieren und zu beseitigen.
  5. Regelmässige Überprüfung etablieren: Planen Sie die regelmäßige Aktualisierung der CO₂-Bilanzierung, mindestens auf quartalsweiser Basis. Dies hilft, dynamische Veränderungen im Unternehmen zu berücksichtigen und rechtzeitig auf potentielle Herausforderungen zu reagieren.

Mit diesen Schritten legen Sie den Grundstein für eine nachhaltigere Unternehmensführung und leisten einen aktiven Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen.