
Governance-Prinzipien für den KI-Einsatz
Datenschutz und Governance in der Anwendung von Künstlicher Intelligenz
Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert zahlreiche Geschäftsprozesse und ermöglicht erhebliche Effizienzsteigerungen. Dennoch stellen Datenschutz und Governance in diesem Kontext zentrale Herausforderungen dar. Unternehmen müssen diesen Aspekten höchste Priorität einräumen, um Risiken zu minimieren und Regulierungen zu entsprechen.
Typische Fehler in der Datenschutzstrategie
Erster typischer Fehler: Fehlende Transparenz in der Datensammlung. Unternehmen neigen dazu, Daten übermässig zu sammeln, häufig ohne klare Kenntnis über deren vollständige Nutzung oder Speicherung. Diese Praxis kann nicht nur zu rechtlichen Konsequenzen führen, sondern auch das Vertrauen der Kunden beeinträchtigen. Die Korrektur besteht in der Etablierung eines klaren Verzeichnisses der Datenverarbeitung mit detaillierten Einträgen zu Herkunft, Zweck und Zeitraum der Speicherung der Daten. Eine regelmässige Überprüfung dieser Verzeichnisse sollte ebenfalls vorgenommen werden.
Ein zweiter häufiger Fehler ist das Fehlen klarer Richtlinien für den Datenzugriff. Oftmals haben Mitarbeitende Zugriff auf mehr Daten, als für ihre Arbeit erforderlich ist. Um den Datenmissbrauch zu minimieren, ist es entscheidend, Zugriffsrechte strikt zu kontrollieren und diese laufend zu überwachen. Der Einsatz rollenbasierter Zugriffsmodelle sowie regelmässige Schulungen der Mitarbeitenden können dazu beitragen, mögliche Sicherheitslücken zu schliessen.
Governance: Richtlinien und Verantwortlichkeiten
Ein dritter essenzieller Fehler liegt in der unzureichenden Governance-Struktur. Viele Unternehmen versäumen es, klare Verantwortlichkeiten für den Umgang mit KI und deren datenschutzrelevanten Facetten zu definieren. Die Etablierung eines internen Governance-Teams mit definierten Aufgabenbereichen für Datenschutz und KI-Management ist unerlässlich. Dieses Team sollte eng mit der IT-Abteilung zusammenarbeiten und idealerweise von einem Datenschutzbeauftragten geleitet werden, um sicherzustellen, dass die KI-Anwendungen in Übereinstimmung mit den rechtlichen Anforderungen erfolgen.
Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage
- Woche: Beginnen Sie mit einer umfassenden Überprüfung der bestehenden Datenschutz- und Governance-Richtlinien. Erfassen Sie, welche Daten gesammelt werden, und erstellen Sie ein Verzeichnis der Datenverarbeitung. Bestimmen Sie bisherige Defizite und dokumentieren Sie die existierenden Risiken.
- Woche: Setzen Sie ein temporäres Team zusammen, bestehend aus Datenschutzexperten, IT-Spezialisten und relevanten Fachbereichen, um die festgestellten Risiken zu evaluieren und Prioritäten für die notwendige Massnahmenumsetzung zu setzen.
- Woche: Entwickeln Sie eine Rollen- und Zugriffsstrategie für die Datennutzung. Implementieren Sie rollenbasierte Zugriffskontrollen und bewerten Sie die Notwendigkeit von Mitarbeiterschulungen zum Thema Datenschutz und KI.
- Woche: Starten Sie einen Feedbackprozess, um kontinuierlich Rückmeldungen zu den eingeführten Massnahmen zu sammeln und Anpassungen vorzunehmen. Bereiten Sie zudem einen Bericht vor, der die Fortschritte und den Handlungsbedarf erläutert, um sicherzustellen, dass die Massnahmen nachhaltig in die Unternehmensprozesse integriert werden.
Durch die fokussierte Annäherung an Datenschutz und Governance können KMUs nicht nur ihre Compliance verbessern, sondern auch das Vertrauen ihrer Kunden stärken und die Grundlage für eine verantwortungsvolle Nutzung von Künstlicher Intelligenz legen.