
IT-Architektur: Cloud-native Design
Cloud-native Design: Ein Wegweiser für KMU
In einer zunehmend digitalisierten Welt ist die Fähigkeit, Anwendungen schnell und effizient bereitzustellen und zu skalieren, essenziell. Cloud-native Design verspricht genau dies, indem es Anwendungen schafft, die auf die Stärken der Cloud-Umgebung abgestimmt sind. Diese Herangehensweise ermöglicht KMU eine grössere Flexibilität und kann die IT-Ressourcen erheblich entlasten. Doch das Potenzial von Cloud-native Design wird oft durch typische Fehler in der Implementierung nicht vollständig ausgeschöpft.
Typische Fehler und deren Korrektur
Erstens wird häufig der Fehler gemacht, monolithische Anwendungen einfach in die Cloud zu verlagern, ohne ihr Design anzupassen. Dieser Ansatz widerspricht dem Grundprinzip des Cloud-native Designs, das sich auf Microservices konzentriert. Die Umstellung auf kleinere, unabhängige Dienste ermöglicht eine leichtere Skalierung und Wartung. Eine korrekte Vorgehensweise wäre es, bestehende Anwendungen schrittweise in kleinere Module zu zerlegen, die unabhängig voneinander entwickelt, bereitgestellt und skaliert werden können.
Zweitens vernachlässigen Unternehmen oft die Automatisierung. Ein Cloud-native Ansatz setzt auf Automatisierung, um wiederkehrende Aufgaben effizient zu bewältigen. Dies umfasst nicht nur die automatische Bereitstellung und Skalierung, sondern auch die Überwachung und Fehlerbehebungen. KMU sollten auf ein umfassendes Automatisierungs-Framework setzen und kontinuierlich nach Optimierungsmöglichkeiten suchen. Tools wie Kubernetes zur Orchestrierung von Containern sind hier unverzichtbar, da sie die Verwaltung der Infrastruktur erheblich erleichtern.
Ein weiterer häufiger Fehler betrifft die Sicherheit. Häufigen Annahmen zufolge bieten Cloud-Anbieter automatisch umfassenden Schutz, doch die Verantwortung bleibt in einem shared-responsibility model grösstenteils beim Unternehmen. Der Einsatz von Cloud-native Security-Praktiken, wie Identity and Access Management (IAM) und die regelmässige Überprüfung der Sicherheitsprotokolle, ist unerlässlich. Eine kontinuierliche Überwachung und Verbesserung der Sicherheitsrichtlinien schützt Ihre Anwendung vor ungewollten Zugriffen und Datenlecks.
Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage
- Analyse und Planung (Woche 1–2):
- Führen Sie eine umfassende Ist-Analyse Ihrer aktuellen IT-Architektur durch. Identifizieren Sie monolithische Strukturen und erarbeiten Sie einen Plan zur Modularisierung.
- Evaluieren Sie aktuelle Sicherheitsmassnahmen und klären Sie Verantwortlichkeiten im Rahmen des shared-responsibility models.
- Erste Schritte zur Umstellung (Woche 3):
- Beginnen Sie mit einem kleinen, klar abgrenzbaren Teil Ihrer Anwendung und konvertieren Sie diesen in einen Microservice. Nutzen Sie diese Implementierung als Pilotprojekt.
- Implementieren Sie Automatisierungstools wie Jenkins für CI/CD (Continuous Integration/Continuous Deployment) und Kubernetes für die Containerverwaltung.
- Evaluierung und Anpassung (Woche 4):
- Überwachen Sie die Performance der umgestellten Komponenten und bewerten Sie die Prozesseffizienz. Notieren Sie erfolgte Verbesserungen und auftretende Herausforderungen.
- Veranlassen Sie eine Sicherheitsüberprüfung der eingesetzten Cloud-Dienste und passen Sie dort relevante Protokolle an.
Durch das konsequente Umsetzen dieser Schritte können KMU die Vorteile des Cloud-native Designs voll nutzen – erhöhte Flexibilität, verbesserte Skalierbarkeit und optimierte Ressourcennutzung – um ihre Wettbewerbsfähigkeit in der digitalen Ära zu stärken.