Kanäle im Change-Prozess effektiv einsetzen

Autor: Roman Mayr

Kanäle im Change-Prozess effektiv einsetzen

Change Kommunikation ·

Effektive Change-Kommunikation: Die richtige Wahl der Kanäle

In der Unternehmenswelt ist Veränderung die einzige Konstante. Die Fähigkeit eines Unternehmens, Veränderungen erfolgreich durchzuführen, hängt oft stark von der Qualität der internen Kommunikation ab. Ein zentraler Aspekt der Change-Kommunikation ist die Wahl der passenden Kommunikationskanäle. Die richtige Kanalwahl kann den Unterschied zwischen einem nahtlosen Übergang und einem holprigen Verlauf ausmachen. Doch wie wählt man Kanäle clever, und welche typischen Fehler sollten vermieden werden?

Typische Fehler bei der Wahl der Kommunikationskanäle


  1. Uniforme Kanalwahl unabhängig vom Inhalt
Viele Unternehmen tendieren dazu, für jede Art von Nachricht denselben Kommunikationskanal zu nutzen. E-Mails beispielsweise werden häufig als Standardlösung betrachtet. Dieser Ansatz ignoriert jedoch die Komplexität und die Dringlichkeit der Botschaft. Eine einfache Statusaktualisierung kann per E-Mail kommuniziert werden, während tiefgreifende organisatorische Änderungen möglicherweise eine persönliche Präsentation erfordern.

Korrektur: Analysieren Sie den Inhalt und die Relevanz der Botschaft, bevor Sie den passenden Kanal wählen. Wichtige oder komplexe Informationen können in Sitzungen oder Townhall-Meetings besser vermittelt werden, während weniger dringliche Nachrichten per E-Mail oder Intranet veröffentlicht werden können.

  1. Ignorieren des Zielpublikums
Ein weiterer häufiger Fehler ist die Vernachlässigung des Zielpublikums. Unterschiedliche Gruppen innerhalb des Unternehmens haben unterschiedliche Präferenzen und Bedürfnissen in Bezug auf die Art und Weise, wie sie Informationen erhalten. Was für die kaufmännische Abteilung funktioniert, könnte für die Produktionsabteilung ungeeignet sein.

Korrektur: Identifizieren Sie die Zielgruppen und gleichen Sie die Kommunikationskanäle mit deren Gewohnheiten und Vorlieben ab. Organisieren Sie beispielsweise Workshops für die direkten Gesprächsformen und elektronische Rundschreiben für kurzfristige Updates.

  1. Unzureichende Nutzung digitaler Tools
In einer zunehmend digitalen Welt ist es bedauerlich, dass viele Unternehmen bestehende digitale Plattformen unzureichend nutzen. Dabei können moderne Tools wie Teams, Slack oder Trello die Zusammenarbeit und den Austausch erheblich erleichtern und strukturierter gestalten.

Korrektur: Implementieren und nutzen Sie digitale Tools bewusst und gezielt. Schulungen für entsprechende Plattformen sollten angeboten werden, damit alle Mitarbeitenden diese effizient nutzen können.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  • Woche 1-2: Bestandsaufnahme und Analyse
Starten Sie mit einer umfassenden Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Kommunikationskanäle und deren Nutzung. Analysieren Sie, welche Kanäle für welche Art von Botschaft verwendet werden und wie effektiv sie sind. Berücksichtigen Sie das Feedback der Mitarbeitenden, um Schwachstellen zu erkennen.
  • Woche 3: Anpassung und Planung
Basierend auf Ihren Erkenntnissen aus der ersten Phase, überarbeiten Sie Ihre Kommunikationsstrategie. Stellen Sie sicher, dass die gewählten Kanäle sowohl zu den Botschaften als auch zu den Bedürfnissen der Zielgruppen passen. Entwickeln Sie einen Plan, der Schulungen für digitale Tools umfasst, die die Kommunikation verbessern.
  • Woche 4: Implementierung und Überwachung
Führen Sie die angepassten Kommunikationswege ein und schulen Sie die relevanten Abteilungen oder Personen. Überwachen Sie die Wirksamkeit der neuen Massnahmen und sammeln Sie fortwährend Feedback. Seien Sie bereit, Anpassungen vorzunehmen, falls Unstimmigkeiten oder Präferenzen deutlich werden.

Die richtige Wahl der Kommunikationskanäle ist entscheidend für den Erfolg jeder Veränderung. Indem Sie den Inhalt der Nachricht, das Zielpublikum und die geeigneten Tools berücksichtigen, können Sie einen erheblichen Beitrag zur Akzeptanz der Veränderungen leisten.