
Lieferkettenresilienz durch Risikoanalyse verbessern
Eine effektive Minderung von Lieferkettenrisiken ist für KMU entscheidend, um die Kontinuität des Geschäftsbetriebs zu gewährleisten und unerwartete Kosten zu vermeiden. In der Praxis begegnen Unternehmen häufig typischen Fehlern bei der Risikoabschätzung und dem Risikomanagement. Der folgende Artikel beleuchtet diese Fehler und zeigt, wie sie korrigiert werden können, um die Resilienz der Lieferkette zu stärken.
Fehler bei der Risikobewertung
Ein häufiger Fehler ist eine unzureichende oder oberflächliche Bewertung von Risiken innerhalb der Lieferkette. Viele Unternehmen verlassen sich auf veraltete oder unvollständige Daten, um potenzielle Gefährdungen einzuschätzen. Die Korrektur dieses Fehlers erfordert den Einsatz aktueller datenanalytischer Methoden. Unternehmen sollten regelmässig Daten zu Lieferzeiten, Lieferantenzuverlässigkeit und geopolitischen Entwicklungen sammeln und analysieren. Der Einsatz von Technologie, z. B. von speziellen Softwarelösungen für das Lieferantenmanagement, kann hier unterstützend wirken.
Unzureichende Diversifizierung der Lieferantenbasis
Ein weiterer typischer Fehler liegt in der Abhängigkeit von einer begrenzten Anzahl von Lieferanten. Diese Praxis erhöht das Risiko von Störungen, insbesondere wenn ein zentraler Lieferant ausfällt oder Lieferengpässe auftreten. Die Diversifizierung der Lieferantenbasis ist entscheidend, um diese Abhängigkeiten zu reduzieren. Unternehmen sollten mindestens zwei alternative Lieferanten für kritische Komponenten etablieren und regelmässig die finanzielle Stabilität und Zuverlässigkeit dieser Lieferanten prüfen.
Fehlender Notfallplan
Viele KMU verfügen über keinen oder nur einen rudimentären Notfallplan für den Fall von Lieferkettenstörungen. Ohne strukturierte Vorgehensweise bei auftretenden Problemen kann dies zu verzögerten Reaktionen und höheren Kosten führen. Ein konkreter Notfallplan definiert klare Schritte, Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege. Unternehmen sollten Mitarbeitende regelmässig in solchen Szenarien schulen und Testläufe durchführen, um die Effektivität des Plans zu bewerten.
Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage
- Analyse der bestehenden Lieferantenbasis: Erfassen Sie innerhalb der ersten sieben Tage alle aktuellen Lieferanten und bewerten Sie deren Risiken basierend auf Faktoren wie geografische Lage, Abhängigkeit und historische Zuverlässigkeit.
- Identifikation alternativer Lieferanten: Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollten mindestens zwei alternative Lieferanten für alle kritischen Produkte identifiziert werden. Kontaktieren Sie diese potenziellen Partner, um Verfügbarkeiten und Konditionen zu klären.
- Erstellung oder Überarbeitung eines Notfallplans: Entwickeln Sie innerhalb von vier Wochen einen detaillierten Notfallplan, der spezifische Vorgehensweisen für verschiedene Risikoszenarien festlegt. Integrieren Sie Schulungen und Simulationsübungen in Ihren Zeitplan, um die Planung zu validieren.
- Technologische Unterstützung evaluieren: Prüfen Sie den Einsatz von unterstützenden Tools, zum Beispiel Softwarelösungen für die Risikoanalyse, und führen Sie diese innerhalb eines Monats ein.
Durch die systematische Auseinandersetzung mit diesen Aspekten wird das Unternehmen nicht nur widerstandsfähiger gegenüber Störungen, sondern kann auch neue Chancen identifizieren, um die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Lieferkette zu verbessern.