Methoden zur objektiven Lieferantenbewertung

Autor: Roman Mayr

Methoden zur objektiven Lieferantenbewertung

Einkaufsmanagement ·

Effektive Bewertung von Lieferanten als Schlüssel zur Optimierung der Lieferketten

Die Bewertung von Lieferanten ist ein essenzieller Bestandteil des Einkaufsmanagements, der nicht nur zur Kosteneffizienz, sondern auch zur Sicherstellung gleichbleibender Qualität und Zuverlässigkeit beiträgt. Eine sorgfältige und regelmässige Evaluierung hilft, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und die Geschäftsbeziehungen zu optimieren.

Typische Fehler bei der Lieferantenbewertung

Ein häufiger Fehler ist das Vernachlässigen einer ganzheitlichen Bewertung. Oftmals wird der Fokus ausschliesslich auf den Preis gelegt, ohne andere wichtige Kriterien wie Qualität, Zuverlässigkeit und Innovationsfähigkeit zu berücksichtigen. Diese einseitige Betrachtungsweise kann dazu führen, dass die Zusammenarbeit mit Lieferanten längerfristig nicht den gewünschten Erfolg bringt.

Ein weiterer verbreiteter Fehler besteht darin, die Lieferantenbewertung nicht regelmässig durchzuführen. Etablierte Anbieter werden oft als gegeben betrachtet, während sich deren Leistungsfähigkeit im Laufe der Zeit ändern kann. Die regelmässige Bewertung erlaubt es, die Beziehung dynamisch an veränderte Bedingungen anzupassen.

Schliesslich ist die Verwendung subjektiver Kriterien ein Problem, das die Objektivität der Bewertung erheblich beeinträchtigen kann. Durch persönliche Präferenzen lassen sich Verzerrungen einschleichen, die am Ziel einer fairen und effektiven Lieferantenbewertung vorbeiführen.

Korrektur der Fehler

Um einer einseitigen Bewertung entgegenzuwirken, sollten Unternehmen ein ausgewogenes Bewertungssystem einsetzen, das neben den Kosten auch Kriterien wie Qualität, Lieferzuverlässigkeit, Flexibilität und Innovationsfähigkeit umfasst. Die Entwicklung einer Scoring-Matrix, in der diese Faktoren gewichtet werden, kann helfen, ein umfassendes Bild der Leistungsfähigkeit des Lieferanten zu zeichnen.

Die Regelmässigkeit kann durch die Einführung standardisierter Bewertungsintervalle verbessert werden. Quartalsweise Überprüfungen sorgen dafür, dass Änderungen in der Lieferantenleistung rechtzeitig erkannt und adressiert werden können. Dies bietet zudem die Möglichkeit, fortlaufend Verbesserungen zu implementieren, bevor grössere Probleme auftreten.

Um die Subjektivität zu reduzieren, ist es sinnvoll, ein standardisiertes Bewertungstool zu entwickeln, das auf messbaren Daten basiert. Die Einbindung mehrerer Abteilungen kann zudem helfen, eine ausgewogenere und objektivere Einschätzung zu erzielen.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage

Innerhalb der ersten zwei Wochen sollten Unternehmen damit beginnen, alle aktuellen Lieferanten zu erfassen und die bisherigen Evaluierungskriterien kritisch zu hinterfragen. Workshops mit dem Einkaufsteam können dazu dienen, gemeinsam relevante Bewertungskriterien zu definieren und die Gewichtung der verschiedenen Faktoren festzulegen.

Im Anschluss daran, in den verbleibenden ein bis zwei Wochen, ist die Erstellung einer Scoring-Matrix mit spezifischen, messbaren Indikatoren für jeden relevanten Bewertungsaspekt empfehlenswert. Diese Matrix sollte sowohl aktuell erhobene Leistungsdaten als auch historische Daten berücksichtigen, um eine fundierte Bewertung zu ermöglichen.

Abschliessend ist die Durchführung eines ersten Bewertungszyklus mit den neuen Kriterien ratsam. Die Ergebnisse sollten dokumentiert und im Team diskutiert werden, um potentielle Anpassungen im Bewertungsprozess vorzunehmen. Dies bildet die Grundlage für ein kontinuierliches Verbesserungsmanagement im Lieferantenmanagement.