Notfallübungen in KMUs: Realistische Szenarien entwickeln

Autor: Roman Mayr

Notfallübungen in KMUs: Realistische Szenarien entwickeln

Business Continuity ·

Unternehmen in der Schweiz, insbesondere KMUs, stehen vor der Herausforderung, ihre Geschäftskontinuität auch in Krisenzeiten sicherzustellen. Ein wirksames Mittel zur Vorbereitung sind regelmässige Notfallübungen. Diese sind essenziell, um im Ernstfall rasch und effizient reagieren zu können. Häufig werden jedoch Fehler gemacht, die die Wirksamkeit solcher Übungen beeinträchtigen.

Typische Fehler bei Notfallübungen

Ein häufiger Fehler ist das Fehlen realistischer Szenarien. Notfallübungen werden oft mit idealisierten oder verharmlosten Annahmen durchgeführt. In einer solchen Übung bleibt der Stresslevel niedrig, und die Mitarbeitenden sind nicht wirklich gefordert. Um dies zu korrigieren, sollte jedes Szenario realistische Bedingungen und mögliche Unvorhersehbarkeiten beinhalten. Ziel ist es, die Mitarbeitenden auf die tatsächlichen Herausforderungen und den Druck im Ernstfall vorzubereiten.

Ein weiterer verbreiteter Fehler ist die unzureichende Einbindung aller relevanten Abteilungen und Hierarchieebenen. Notfallübungen, die nur einzelne Abteilungen betreffen, sind nicht umfassend genug. Es ist entscheidend, das gesamte Unternehmen einzubeziehen, da eine Krise meist alle Bereiche betreffen kann. Eine wirksame Übung erfordert daher die Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Teams und Abteilungen, damit das Zusammenspiel in realen Krisensituationen reibungslos funktioniert.

Schliesslich wird oft das Feedback nach einer Übung nur oberflächlich ausgewertet. Ohne eine gründliche Analyse der Ergebnisse bleibt das Lernen aus Fehlern auf der Strecke. Zur Verbesserung sollten die Rückmeldungen aus den Übungen detailliert ausgewertet und in konkrete Verbesserungsmassnahmen überführt werden. Die Einsetzung von Feedback-Schleifen stellt sicher, dass Lehren aus vergangenen Übungen tatsächlich zu Verbesserungen im Notfallmanagement führen.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage

In den nächsten 14 bis 30 Tagen sollten Sie folgende Schritte unternehmen, um Ihre Notfallübungen zu optimieren:

  1. Entwicklung realistischer Szenarien: Stellen Sie ein Team zusammen, um potenzielle Krisenszenarien zu identifizieren, die auf Ihrer Risikobewertung basieren. Achten Sie darauf, realistische und komplexe Bedingungen zu entwerfen.
  2. Planung einer umfassenden Übung: Organisieren Sie eine Notfallübung, die alle relevanten Abteilungen einbezieht. Bereiten Sie klare Kommunikation und Koordinationslinien vor, um die Zusammenarbeit zu testen.
  3. Durchführung der Übung: Führen Sie die Übung durch und achten Sie darauf, alle Mitarbeitenden zu involvieren, damit Schwachstellen im Zusammenspiel identifiziert werden können.
  4. Feedback-Analyse: Sammeln Sie detailliertes Feedback von allen Teilnehmenden. Führen Sie eine umfassende Analyse der Rückmeldungen durch und identifizieren Sie Schwachpunkte und Stärken.
  5. Umsetzung von Massnahmen: Entwickeln Sie aus der Analyse konkrete Massnahmen zur Verbesserung Ihrer Notfallpläne und -übungen. Diese Massnahmen sollten zeitnah und effektiv umgesetzt werden.

Durch die Umsetzung dieser Schritte bauen Sie eine robuste Grundlage für Ihre Geschäftskontinuität auf. Dies trägt nicht nur zur Sicherheit und Stabilität Ihres Unternehmens bei, sondern erhöht auch das Vertrauen Ihrer Kunden und Mitarbeitenden in die Krisenbewältigungsfähigkeiten Ihres Unternehmens.