Optimierung der Lieferkettenrisikominderung

Autor: Roman Mayr

Optimierung der Lieferkettenrisikominderung

Supply Chain Management ·

Lieferkettenrisiken sind für Schweizer KMU eine der grössten Herausforderungen in der heutigen globalisierten Wirtschaft. Ein unerwarteter Ausfall kann erhebliche finanzielle und operationale Auswirkungen haben. Die proaktive Identifikation und Minderung dieser Risiken sind entscheidend für die Sicherstellung der Kontinuität und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.

Typische Fehler bei der Risikominderung

Ein häufig auftretender Fehler ist die Unterschätzung der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten. Viele Unternehmen sind auf wenige Zulieferer konzentriert, oft ohne alternative Bezugsquellen in Erwägung zu ziehen. Fällt ein wichtiger Lieferant aus, kann dies zu erheblichen Engpässen führen.

Ein weiterer Fehler liegt in der unzureichenden Transparenz und Kommunikation innerhalb der Lieferkette. Unvollständige Informationen über den Status von Bestellungen oder Transportwegen erschweren eine schnelle Reaktion auf unvorhergesehene Ereignisse. Dies führt zu einer Kettenreaktion, die andere Geschäftsbereiche beeinträchtigen kann.

Zusätzlich vernachlässigen einige KMU die regelmässige Überprüfung und Aktualisierung ihrer Risikomanagementstrategien. Ohne kontinuierliche Anpassung an sich verändernde Marktbedingungen oder neue Risiken bleiben die Strategien oft hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Korrekturen und Verbesserungen

Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu verringern, sollten Unternehmen ein diversifiziertes Lieferantennetzwerk aufbauen. Es ist ratsam, mit mehreren potenziellen Anbietern im Kontakt zu stehen und verbindliche Vereinbarungen für alternative Bezugsquellen zu haben, bevor ein Problem auftritt.

Zur Verbesserung der Transparenz ist der Einsatz moderner Supply-Chain-Management-Softwaresysteme empfehlenswert. Diese Systeme ermöglichen eine Echtzeitüberwachung der Lieferkette und unterstützen die Kommunikation mit sämtlichen Partnern, was die Reaktionszeit bei Störungen verkürzt.

Regelmässige Audits und Bewertungen der bestehenden Risikomanagementprozesse sind unerlässlich. Die Einführung eines strukturierten Überprüfungsprozesses, bei dem aktuelle Strategien gegen neue Risiken und Marktveränderungen abgeglichen werden, stellt sicher, dass die Risikominderungsmassnahmen stets relevant und wirksam bleiben.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Analyse der aktuellen Lieferantenstruktur: Identifizieren Sie kritische Punkte in Ihrer Lieferantenstruktur und prüfen Sie die Möglichkeit, alternative Anbieter zu integrieren. Setzen Sie Prioritäten für die Diversifikation Ihrer Bezugsquellen.
  2. Einführung oder Optimierung von IT-Systemen: Evaluieren Sie vorhandene Systeme oder implementieren Sie eine neue Lösung zur verbesserten Transparenz und Kommunikation. Schulen Sie Ihr Team im Umgang mit der neuen Technologie, um einen reibungslosen Umstieg zu gewährleisten.
  3. Überprüfung und Anpassung der Risikomanagementstrategien: Einberufen Sie ein Expertenteam, das aktuelle Strategien überprüft und Empfehlungen zur Anpassung gibt. Sorgen Sie für regelmässige Treffen, um neue Risiken zu identifizieren und Prozesse kontinuierlich zu verbessern.

Durch die Beachtung dieser Schritte können Sie die Lieferkettenrisiken in Ihrem Unternehmen nachhaltig mindern und sich besser auf potenzielle Störungen vorbereiten.