PII-Schutzstrategien für KI-Anwendungen

Autor: Roman Mayr

PII-Schutzstrategien für KI-Anwendungen

Daten- & PII-Schutz für KI ·

Der Schutz persönlicher identifizierbarer Informationen (PII) ist besonders bei Anwendungen, die Künstliche Intelligenz (KI) verwenden, von grosser Bedeutung. PII-Redaktion und Maskierung sind präventive Massnahmen, um die Privatsphäre von Individuen zu wahren und gleichzeitig gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Effektive Implementierung dieser Massnahmen ist entscheidend für den Erfolg einer datengetriebenen Strategie ohne Verstoss gegen Datenschutzrichtlinien.

Typische Fehler in der PII-Redaktion

Ein häufiger Fehler besteht darin, dass Unternehmen die PII-Redaktion nur oberflächlich behandeln. Oftmals wird angenommen, dass das Entfernen von offensichtlichen Informationen wie Name oder Geburtsdatum ausreicht. Doch in der Praxis bleiben viele indirekt identifizierbare Informationen wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummern unberührt, was das Risiko einer Rekonstruktion der Identität erhöht. Um dies zu korrigieren, ist es wichtig, eine gründliche Analyse der Datenbestände durchzuführen, um alle möglichen PII-Elemente zu identifizieren und gezielt zu redigieren.

Ein weiterer Fehler ist die fehlende Dokumentation der Redaktionsprozesse. Ohne klar dokumentierte Richtlinien laufen Unternehmen Gefahr, in ihrer Vorgehensweise uneinheitlich zu werden, was die Effektivität der Maskierung beeinträchtigen kann. Um diesen Fehler zu beheben, sollten Organisationen detaillierte Protokolle erstellen, die den Redaktionsprozess standardisieren und überprüfen lassen.

Fehler bei der Maskierung von PII

Ein oft gemachter Fehler bei der Maskierung ist die Anwendung unzureichender Methoden, die umkehrbar sind. Beispielsweise kann die einfache Verschlüsselung einer Telefonnummer mit Brute-Force-Angriffen kompromittiert werden. Anstelle solcher einfachen Techniken sollten Unternehmen Techniken wie Tokenisierung verwenden, bei denen echte Informationen durch Platzhalter ersetzt werden, die keine Bedeutung haben.

Ein weiterer typischer Fehler ist die dynamische Maskierung, die nicht konsequent angewendet wird. Dies kann passieren, wenn lediglich bestimmte Bereiche oder Datensätze maskiert werden, nicht aber alle Bereiche, die auf dieselbe Weise verwendet werden. Eine Korrektur ist die Einführung eines umfassenden Maskierungsrahmens, der auf alle relevanten Systeme und Anwendungen ausgeweitet wird.

Handlungsanleitung für 14–30 Tage

In den kommenden 14–30 Tagen sollten Unternehmen folgende Schritte einleiten, um ihre PII-Redaktions- und Maskierungspraktiken zu verbessern:

  1. Bestandsaufnahme und Analyse: Führen Sie eine umfassende Analyse Ihrer Datenbestände durch, um alle potenziellen PII-Elemente zu identifizieren. Dies kann durch einen internen Audit-Prozess oder die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Datenschutzdienstleister erfolgen.
  2. Entwicklung von Richtlinien: Entwickeln Sie klare, standardisierte Dokumentationen für Ihren Redaktionsprozess. Diese Dokumentation sollte alle identifizierten PII-Elemente und die vorgesehenen Maskierungs- oder Redaktionsmethoden umfassen.
  3. Implementierung von Maskierungstechniken: Beginnen Sie mit der Einführung und Anwendung von robusteren Techniken wie Tokenisierung auf bestehende Datensätze. Sicherstellen, dass diese Techniken konsistent auf alle relevanten Systeme angewendet werden.
  4. Schulung und Sensibilisierung: Schulen Sie Ihr Team regelmässig zu den neuesten Entwicklungen im Datenschutz und spezifischen Methoden der PII-Redaktion und Maskierung, um kontinuierlich höchste Standards zu gewährleisten.
  5. Regelmässige Überprüfung: Etablieren Sie einen Prozess der regelmässigen Überprüfung und Anpassung Ihrer Redaktions- und Maskierungsstrategien, um auf neue Bedrohungen reagieren zu können und die Effektivität Ihrer Massnahmen zu gewährleisten.

Die konsequente Anwendung dieser Massnahmen wird nicht nur den Schutz der Daten verbessern, sondern auch das Vertrauen in Ihre Organisation stärken.