Praxisnahe Notfallszenarien entwickeln

Autor: Roman Mayr

Praxisnahe Notfallszenarien entwickeln

Business Continuity ·

Notfallübungen sind ein entscheidendes Element der Business Continuity. Sie dienen dazu, die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens im Krisenfall zu testen und Mitarbeiter auf unerwartete Situationen vorzubereiten. Eine klare Vorbereitung und Durchführung dieser Übungen ist essenziell, um Schwachstellen im Notfallplan zu identifizieren und zu beheben.

Typische Fehler bei Notfallübungen

Ein häufiger Fehler ist das Fehlen eines klaren Szenarios. Ohne ein konkretes Szenario, das realistische und relevante Bedrohungen simuliert, verlieren Notfallübungen an Praxisnähe. Die Konsequenz ist, dass Mitarbeitende nicht optimal auf echte Notfälle vorbereitet sind. Abhilfe schafft eine strukturierte Planung, die auf den spezifischen Gefährdungen des Unternehmens basiert. Relevante Szenarien sollten gemeinsam mit einem Risk-Manager entwickelt und regelmässig aktualisiert werden.

Ein weiterer Fehler ist mangelnde Kommunikation sowohl vor als auch während der Übung. Unklare Anweisungen können zu Verwirrung führen und den Lerneffekt erheblich mindern. Klare Kommunikationskanäle, die im Vorfeld etabliert und während der Übung aktiv genutzt werden, sind entscheidend. Auch die Schulung, wann und wie im Ernstfall Informationen weitergegeben werden sollen, ist Bestandteil einer erfolgreichen Notfallübung.

Eine häufig übersehene Schwäche ist die fehlende Nachbereitung der Übung. Ein umfassendes Debriefing, in dem das Vorgehen analysiert und die Erkenntnisse schriftlich festgehalten werden, bleibt bei vielen Notfallübungen aus. Dabei sind gerade diese Analysen wertvoll, um künftige Übungen zu verbessern und die Notfallpläne zu optimieren. Ein strukturierter Feedback-Prozess sollte etabliert werden, der alle Beteiligten einschliesst und konkrete Massnahmen zur Verbesserung formuliert.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Planung und Szenario-Erstellung (Tag 1-5): Identifizieren Sie relevante Risiken und erstellen Sie ein realitätsnahes Szenario. Involvieren Sie alle relevanten Stakeholder und stellen Sie sicher, dass das Szenario vollständig ausgearbeitet und dokumentiert ist.
  2. Kommunikation vorbereiten (Tag 6-10): Etablieren Sie klare und durchgängige Kommunikationspfade. Schulen Sie die Teilnehmenden in der Kommunikationstechnik um Missverständnisse zu vermeiden. Simulieren Sie die Kommunikation vorab, um die Praxis zu erhöhen.
  3. Durchführung der Notfallübung (Tag 11-20): Führen Sie die Übung gemäss Ihrem Szenario durch. Beachten Sie dabei, dass Sie Prozesse beobachten und Abweichungen dokumentieren. Priorisieren Sie die Sicherheit der Teilnehmenden und klären Sie die Verantwortlichkeiten.
  4. Nachbereitung und Feedback (Tag 21-25): Sammeln Sie Feedback von allen Teilnehmenden und dokumentieren Sie die Erkenntnisse der Übung. Führen Sie eine detaillierte Analyse durch, um Schwachstellen zu identifizieren und mögliche Prozessoptimierungen vorzuschlagen.
  5. Aktualisierung der Notfallpläne (Tag 26-30): Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen aktualisieren Sie die Notfallpläne. Integrieren Sie Verbesserungen und Dokumentieren Sie die Änderungen für künftige Übungen.

Eine fokussierte Vorgehensweise bei der Durchführung von Notfallübungen stärkt die Vorbereitung auf echte Krisensituationen und erhöht die Resilienz Ihres Unternehmens.