Praxisnaher Einsatz von Kennzahlen in Prozessen

Autor: Roman Mayr

Praxisnaher Einsatz von Kennzahlen in Prozessen

Prozessoptimierung ·

Kennzahlen sind in der Prozessoptimierung unverzichtbar. Sie bieten Einblicke in Abläufe, zeigen Verbesserungsmöglichkeiten auf und messen den Erfolg von Veränderungen. Dennoch wird ihr Potenzial oft nicht ausgeschöpft, was zu falschen Entscheidungen führen kann.

Kernaussage

Kennzahlen sollten nicht isoliert betrachtet werden. Ihre wahre Wirkung entfalten sie erst, wenn sie praxisgerecht interpretiert und in den Kontext des gesamten Unternehmens eingebettet werden.

Typische Fehler bei der Nutzung von Kennzahlen


  1. Fokus auf isolierte Kennzahlen: Oft konzentrieren sich Unternehmen auf einzelne Kennzahlen, ohne deren Zusammenhänge zu berücksichtigen. Eine isolierte Betrachtung kann jedoch ein verzerrtes Bild vermitteln. Beispielsweise kann eine Steigerung der Produktionszahl positiv erscheinen, wenn dabei jedoch die Ausschussrate steigt, wird der Gesamterfolg beeinträchtigt.

Korrektur: Unternehmen sollten Korrelationen zwischen Kennzahlen analysieren. Dies könnte durch den Aufbau eines Dashboards erfolgen, das verschiedene Kennzahlen miteinander verknüpft und Zusammenhänge visuell aufzeigt.
  1. Vernachlässigung von Revisionszyklen: Kennzahlen werden häufig erstellt und in der Folge nur unzureichend überprüft oder angepasst. Veraltete oder ungenaue Kennzahlen führen zu Fehlentscheidungen.

Korrektur: Regelmässige Überprüfung und Anpassung der Kennzahlen ist essenziell. Mindestens quartalsweise sollte eine Revision erfolgen, um sicherzustellen, dass die Kennzahlen aktuell und relevant bleiben.
  1. Nichtberücksichtigung von qualitativen Aspekten: Viele Unternehmen fokussieren auf quantitative Kennzahlen und übersehen dabei qualitative Faktoren. Einzelfaktoren wie Mitarbeitermotivation oder Kundenzufriedenheit können nicht vollständig in Zahlen abgebildet werden, beeinflussen jedoch den Prozessmassgeblich.

Korrektur: Ergänzen Sie quantitative Analysen durch qualitative Bewertungen. Kundenfeedbacks und Mitarbeiterumfragen sollten regelmässig einbezogen werden, um ein vollständiges Bild der Prozesse zu erhalten.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Bestandsaufnahme der Kennzahlen: Die erste Woche sollte der Erfassung und Inventarisierung aller aktuellen Kennzahlen gewidmet werden. Analysieren Sie deren Herkunft, Aktualität und Interaktion mit anderen Kennzahlen.
  2. Überprüfung und Anpassung: In den folgenden zwei Wochen sollten Sie die identifizierten Schwächen beheben. Passen Sie Ihre Kennzahlendashboard an und stellen Sie sicher, dass es sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte berücksichtigt.
  3. Implementierung eines Revisionszyklus: Bis zum Ende des Monats könnte ein Revisionszyklus festgelegt werden. Definieren Sie Verantwortlichkeiten, Schritte und Frequenz zur regelmässigen Überprüfung und Anpassung der Kennzahlen.
  4. Schulung der Mitarbeiter: Parallel dazu sollten Mitarbeiter in der Bedeutung und Handhabung von Kennzahlen geschult werden. Ein besseres Verständnis auf allen Ebenen fördert die effektive Nutzung der Kennzahlen im Unternehmen.

Durch die strukturierte Auseinandersetzung mit Ihren Kennzahlen wird Ihr Unternehmen besser positioniert, um fundierte Entscheidungen zu treffen und Prozesse kontinuierlich zu verbessern.