Predictive Maintenance ROI verständlich berechnen

Autor: Roman Mayr

Predictive Maintenance ROI verständlich berechnen

Predictive Maintenance ·

Predictive Maintenance ROI: Eine präzise Berechnung

Die Berechnung des Return on Investment (ROI) für Predictive Maintenance ist ein zentraler Schritt, um dessen wirtschaftliche Vorteile nachvollziehen zu können. Der ROI quantifiziert den finanziellen Nutzen gegenüber den Kosten und bietet so eine fundierte Entscheidungsgrundlage, ob sich die Implementierung dieser Technologie für ein Unternehmen lohnt.

Typische Fehler und deren Korrektur


  1. Unzureichende Datengrundlage
Ein häufig anzutreffender Fehler bei der ROI-Berechnung für Predictive Maintenance ist die Abstützung auf eine unzureichende Datengrundlage. Unternehmen verlassen sich oft auf historische Daten, die nicht umfassend genug sind. Es ist essenziell, eine breite Datenbasis aus verschiedenen Quellen wie Sensoren, Maschineneffizienzberichten und Wartungshistorien zu nutzen, um ein realistisches Bild der Betriebssituation zu gewinnen.

Korrektur: Unternehmen sollten sicherstellen, dass alle relevanten Datenquellen vollständig integriert werden. Gegebenenfalls ist es hilfreich, zusätzliche Sensoren zu installieren oder externe Daten hinzuzuziehen. Ausserdem sollten die Daten kontinuierlich aktualisiert werden, um Veränderungen der Maschinenleistung oder -nutzung zu erfassen.

  1. Fehlende Berücksichtigung aller ROI-Komponenten
Viele Unternehmen vernachlässigen die Berücksichtigung aller relevanten Kosten- und Nutzenfaktoren. Sie beschränken sich häufig auf direkte Kosteneinsparungen durch vermiedene Ausfälle und übersehen indirekte Faktoren wie verbesserte Produktqualität oder reduzierte Lagerbestände.

Korrektur: Bei der ROI-Berechnung sollten sowohl direkte als auch indirekte Kosteneinsparungen und Vorteile einbezogen werden. Dazu gehören reduzierte Maschinenstillstandszeiten, verlängerte Lebensdauer der Anlagen, gesenkte Notfallreparaturkosten und verbesserte Planbarkeit durch eine optimierte Lagerhaltung.

  1. Fehlinterpretation der Ersparnissen durch Predictive Maintenance
Ein weiterer Fehler ist die Überschätzung des Einsparpotentials durch Predictive Maintenance. Unternehmen neigen dazu, den Effekt zu überschätzen, insbesondere wenn kurzfristig keine signifikanten Ausfälle vermieden werden.

Korrektur: Eine realistische Bewertung der Ersparnisse erfordert eine langfristige Perspektive. Es sollte berücksichtigt werden, dass sich der volle Nutzen von Predictive Maintenance oft erst nach mehreren Monaten oder gar Jahren bemerkbar macht. Die Berücksichtigung von Erfahrungswerten aus vergleichbaren Unternehmen oder Branchen kann auch helfen, die Erwartungen zu kalibrieren.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Datenbasis erweitern und validieren
Beginnen Sie mit einer detaillierten Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Datengrundlage. Identifizieren Sie Lücken und planen Sie notwendige Massnahmen, um diese zu schliessen. Prüfen Sie die Integration zusätzlicher Sensoren oder ziehen Sie gegebenenfalls externe Datenquellen hinzu.
  1. Komplette Kostenevaluation durchführen
Erstellen Sie eine umfassende Liste aller Einsparungs- und Kostenelemente, die durch Predictive Maintenance beeinflusst werden. Beachten Sie dabei sowohl direkte als auch indirekte Grössen. Entwickeln Sie ein Modell, das alle relevanten Variablen berücksichtigt.
  1. Lernphase einleiten und evaluieren
Starten Sie mit der Auswertung von Pilotprojekten zur Vorhersage von Wartungsbedarfen. Nutzen Sie die gesammelten Daten, um den ROI kontinuierlich neu zu berechnen und Anpassungen in der Optimierung vorzunehmen. Erstellen Sie wöchentlich Berichte und passen Sie Ihre Strategie basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen an.

Mit einer methodischen Vorgehensweise und der Vermeidung gängiger Fehler können Unternehmen den ROI von Predictive Maintenance präzise bestimmen und eine fundierte Entscheidung über dessen Implementierung treffen.