
Realistische Notfallübungen für bessere Krisenbewältigung
Notfallübungen sind ein unverzichtbares Instrument zur Sicherstellung der Business Continuity. Sie ermöglichen es Unternehmen, im Ernstfall schnell und effizient zu reagieren, indem sie potenzielle Schwächen im bestehenden Notfallplan aufdecken und verbessern. Doch damit Notfallübungen effektiv sind, müssen sie sorgfältig geplant und ausgeführt werden, was vielen Unternehmen schwerfällt.
Typische Fehler bei der Durchführung von Notfallübungen
Ein häufig auftretender Fehler besteht darin, dass die Übungen nicht realitätsnah sind. Unternehmen neigen dazu, Szenarien zu wählen, die zu stark vom tatsächlichen Risiko abweichen oder die Organisation schon längst bewältigen könnte. Dies verhindert, dass relevante Lernmöglichkeiten erkannt werden. Die Lösung liegt darin, Szenarien zu entwickeln, die realistische, aber herausfordernde Situationen widerspiegeln, basierend auf einer gründlichen Risikobewertung.
Ein weiterer Fehler ist die unzureichende Einbindung aller relevanten Stakeholder. Oft werden Notfallübungen nur innerhalb bestimmter Abteilungen oder auf Managementebene durchgeführt, was zu einer lückenhaften Betrachtung und Koordination führt. Unternehmen sollten sicherstellen, dass alle Abteilungen und Schlüsselpersonen, die im Ernstfall betroffen sein könnten, in die Übung eingebunden werden. Regelmässige, abteilungsübergreifende Treffen zur Besprechung des Notfallmanagements können hier Abhilfe schaffen.
Ein dritter häufiger Fehler ist das Fehlen einer ausführlichen Nachbesprechung (Debriefing) nach der Übung. Ohne eine gründliche Analyse dessen, was während der Übung gut funktioniert hat und was nicht, ist es schwierig, konkrete Verbesserungen umzusetzen. Unternehmen sollten im Anschluss an jede Notfallübung eine strukturierte Nachbesprechung durchführen, um Feedback zu sammeln und klare Massnahmen zur Optimierung festzulegen.
Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage
- Vorbereitung und Planung:
- Tag 1–7: Analysieren Sie Ihre bisherige Notfallplanung und Risikobewertung. Stellen Sie sicher, dass die Szenarien für Ihre nächste Übung realistisch sind und auf tatsächlichen Risiken basieren.
- Tag 8–14: Bestimmen Sie die Teams und Personen, die in die Übung involviert werden sollen, und planen Sie einen detaillierten Ablauf.
- Durchführung der Übung:
- Tag 15–21: Führen Sie die Übung durch, sorgen Sie dafür, dass alle Beteiligten ihre Rollen verstehen und gemäß den ausgearbeiteten Szenarien handeln.
- Nachbesprechung und Analyse:
- Tag 22–25: Führen Sie sofort nach der Übung eine Nachbesprechung durch. Sammeln Sie Feedback und identifizieren Sie die Stärken und Verbesserungspotentiale.
- Tag 26–30: Entwickeln Sie Massnahmen basierend auf den Erkenntnissen aus der Übung. Passen Sie Ihren Notfallplan entsprechend an und planen Sie bereits die nächste Übung.
Regelmässige Notfallübungen sind ein Zeichen eines reifen und vorausschauenden Unternehmensmanagements. Durch sorgfältige Planung und umfassende Einbindung aller relevanten Akteure stärken Sie die Resilienz Ihres Unternehmens und sichern dessen kontinuierliche Geschäftsfähigkeit.