Ressourcenmanagement in der Cloud effizient gestalten

Autor: Roman Mayr

Ressourcenmanagement in der Cloud effizient gestalten

Cloud-Infrastruktur ·

In der heutigen Geschäftswelt wird die Cloud-Infrastruktur zunehmend zu einem essenziellen Bestandteil vieler Unternehmen. Eine ihrer verlockendsten Eigenschaften ist das Potenzial zur Kostenreduktion. Dennoch sehen sich viele Unternehmen mit unvorhersehbaren Kosten konfrontiert. Der Schlüssel liegt darin, die Kosten genau zu überwachen und typische Fehler zu vermeiden.

Kernaussage

Um die Kosten der Cloud-Infrastruktur im Griff zu behalten, ist es entscheidend, ein klares Verständnis der monatlichen Abrechnungsmodelle, spezieller Dienste und ihrer Nutzung zu haben. Besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) können bereits kleine Fahrlässigkeiten zu beträchtlichen Kostenüberschreitungen führen.

Typische Fehler und deren Korrektur


  1. Fehlende Übersicht über genutzte Ressourcen
Unternehmen unterschätzen oft die Anzahl der in der Cloud genutzten Ressourcen. Dies führt zu einer übermässigen Inanspruchnahme ohne tatsächlichen Bedarf. Die Korrektur liegt in der regelmässigen Erstellung von Inventarberichten, die alle genutzten Dienste auflisten. Ein monatlicher Abgleich dieser Berichte mit den tatsächlich benötigten Ressourcen kann helfen, unnötige Ausgaben zu vermeiden.
  1. Nicht optimierte Speicherlösungen
Die Wahl des falschen Speichermodells, sei es hinsichtlich der Datengrösse oder der Zugriffshäufigkeit, kann ebenfalls hohe Kosten verursachen. Unternehmen sollten bestehende Speicherlösungen evaluieren und, falls nötig, auf abgestufte Speichermodelle umsteigen. Diese bieten flexiblere, kostensparende Möglichkeiten für unterschiedlich beanspruchte Daten.
  1. Fehlende Automatisierung von Skalierungsprozessen
Manuelle Ressourcenanpassungen sind fehleranfällig und zeitaufwendig, zudem können sie zu Überdimensionierung führen. Eine Automatisierung dieser Prozesse durch den Einsatz von Skaliermechanismen kann die Auslastung optimieren und somit die Effizienz erhöhen. Es empfiehlt sich, für oft genutzte Anwendungen Script-basierte Skalierungsregeln zu definieren.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  • Woche 1–2: Beginnen Sie mit der Durchführung eines umfassenden Audits Ihrer Cloud-Ressourcen. Erstellen Sie einen Inventarbericht über alle derzeit genutzten Dienste. Identifizieren Sie ungenutzte oder ineffizient eingesetzte Dienste und planen Sie deren Entfernung oder Anpassung.
  • Woche 3: Analysieren Sie Ihre Speicherlösungen. Prüfen Sie die Möglichkeit zur Implementierung gestufter Speichermodelle, insbesondere für Daten, die seltener abgerufen werden. Testen Sie hierfür verschiedene Modelle im kleinen Rahmen, um die optimale Aufteilung zu ermitteln.
  • Woche 4: Entwickeln Sie automatisierte Skripte zur Ressourcenskalierung basierend auf Lastprognosen. Setzen Sie diese Mechanismen in einer Kontrollumgebung ein und evaluieren Sie ihre Effektivität. Überarbeiten Sie die Skripte nach den Ergebnissen, um eine höhere Effizienz bei der Ressourcennutzung zu erzielen.

Mit diesen konkreten Schritten können KMUs nicht nur ihre Cloud-Kosten transparent und kontrollierbar machen, sondern auch die flexible, skalierbare Nutzung der Cloud optimal ausschöpfen. Ein proaktives Management der Ressourcen ist dabei der Schlüssel zum langfristigen Erfolg.