
Risikomanagement: Risikoportfolio aufbauen
Ein effektives Risikoportfolio ist entscheidend, um die Widerstandsfähigkeit eines KMU zu stärken und Risiken systematisch zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern. Der Aufbau eines Risikoportfolios bietet einen klaren Überblick über potenzielle Gefahren und ermöglicht es, präventive Massnahmen gezielt zu entwickeln.
Typische Fehler beim Aufbau eines Risikoportfolios
Ein häufiger Fehler besteht darin, Risiken unstrukturiert zu erfassen. Oft werden Risiken lediglich ad hoc gesammelt, ohne eine systematische Klassifikation. Dies führt zu einer unzureichenden Nachvollziehbarkeit und erschwert die Priorisierung. Die Lösung liegt in der Anwendung einer strukturierten Methode, wie die Verwendung von Risikokategorien, welche beispielsweise finanzielle, operationelle und regulatorische Risiken umfassen.
Ein weiterer Fehler ist die Vernachlässigung der Risikobewertung. Viele Unternehmen erfassen Risiken, gehen jedoch nicht weiter und bewerten deren potenzielle Auswirkungen oder Eintrittswahrscheinlichkeiten. Ohne eine solche Bewertung ist es schwierig, Risiken effektiv zu priorisieren. Hierbei kann die Einteilung in Risikomatrizen hilfreich sein, welche sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch die Auswirkung auf das Unternehmen abbilden.
Schliesslich wird die Kommunikation der Risiken innerhalb des Unternehmens oft vernachlässigt. Ein Risikoportfolio wird entwickelt, aber die entsprechende Sensibilisierung der Mitarbeitenden bleibt aus. Dadurch geht wertvolles Wissen verloren, das die Mitarbeitenden selbst einbringen könnten. Eine klare Kommunikation und Schulung der relevanten Mitarbeitenden ist entscheidend, um ein gemeinsames Verständnis zu schaffen und das Risikomanagement als Teil der Unternehmenskultur zu etablieren.
Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage
- Erfassen und Strukturieren von Risiken (Tage 1–7): Starten Sie mit einem internen Workshop, bei dem potenzielle Risiken identifiziert werden. Nutzen Sie bestehende Dokumentationen, Checklisten oder Branchenberichte als Ausgangspunkte. Kategorisieren Sie die identifizierten Risiken in klare Themenbereiche wie strategisch, operativ, finanziell oder extern.
- Bewertung der Risiken (Tage 8–14): Entwickeln Sie eine Risikomatrix, die unmittelbare und mittelbare Auswirkungen der Risiken sowie deren Eintrittswahrscheinlichkeit abbildet. Bewerten Sie jedes Risiko sowohl qualitativ als auch quantitativ, und priorisieren Sie es entsprechend.
- Entwickeln von Massnahmen (Tage 15–21): Für die prioritären Risiken konzipieren Sie konkrete Massnahmen zur Risikominimierung. Dies könnte die Implementierung zusätzlicher Kontrollmechanismen, das Training der Mitarbeitenden oder die Anpassung von Geschäftsprozessen umfassen.
- Dokumentation und Kommunikation (Tage 22–30): Fassen Sie das Risikoportfolio in einem strukturierten Dokument zusammen und erstellen Sie einen Plan zur regelmässigen Überprüfung und Anpassung. Kommunizieren Sie die wichtigsten Erkenntnisse und Massnahmen an die relevanten Mitarbeitenden und richten Sie bei Bedarf eine Schulung ein.
Diese strukturierte Vorgehensweise ermöglicht es Ihrem Unternehmen, ein effektiv nutzbares Risikoportfolio aufzubauen, das zur Sicherheit und besseren Entscheidungsfindung beiträgt. Ein gut geführtes Risikoportfolio ist nicht nur ein Dokument, sondern ein lebendiger Bestandteil Ihrer täglichen Unternehmenspraxis.