Schnelles Scheitern im Schweizer Innovationsmanagement

Autor: Roman Mayr

Schnelles Scheitern im Schweizer Innovationsmanagement

Innovation Management ·

Die "Fail Fast"-Kultur hat ihren Ursprung im Silicon Valley und gewinnt zunehmend auch in der Schweizer KMU-Landschaft an Bedeutung. Die Kernaussage dieser Methodik liegt in der schnellen Iteration von Projekten sowie der raschen Identifikation und Korrektur von Fehlern. So entsteht einerseits Raum für tatsächlichen Fortschritt, andererseits wird verhindert, dass Ressourcen langfristig in wenig aussichtsreiche Projekte investiert werden.

Typische Fehler innerhalb der "Fail Fast"-Kultur

Ein weit verbreiteter Fehler bei der Implementierung der "Fail Fast"-Kultur ist das Missverständnis, dass ein schnelles Scheitern mit einer insgesamt nachlässigen Arbeitsweise gleichzusetzen sei. Resultat dieses Fehlers kann ein Mangel an sorgfältiger Planung und Analysen sein, was letztlich zu vermeidbaren Rückschlägen führt. Eine systematische Planungsphase sollte daher stets die Grundlage eines jeden Projekts sein, um gewährleisten zu können, dass Misserfolge tatsächlich lernorientiert sind, anstatt aus Nachlässigkeit zu entstehen.

Ein zweiter, häufig vorkommender Fehler betrifft die Kommunikationskultur. Wenn Misserfolge nicht transparent und offen kommuniziert werden, bleibt das Lernen aus Fehlern auf der Strecke. Um dies zu korrigieren, sollte eine konstruktive Fehlerkultur etabliert werden, bei der Misserfolge als Chance zur Verbesserung und nicht als persönliche Niederlagen gesehen werden.

Ein dritter möglicher Fehler liegt in der mangelhaften Dokumentation von Erkenntnissen. Scheitern allein bringt keine Verbesserung, wenn die daraus gewonnenen Erkenntnisse nicht erfasst und systematisch analysiert werden. Unternehmen können dies korrigieren, indem sie feste Strukturen zur Dokumentation jedes fehlgeschlagenen Prototyps oder Projekts etablieren.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage

Für eine erfolgreiche Implementierung der "Fail Fast"-Kultur in 14–30 Tagen sollten Unternehmen folgende Schritte in Betracht ziehen:

  1. Einrichtung eines Pilotprojekts: Erstellen Sie ein kleines, klar abgegrenztes Projekt, um die Methoden der "Fail Fast"-Kultur zu testen. Planen Sie dieses mit konkret gesetzten Zielvorgaben und einer intensiven Analysephase.
  2. Schulung zur Fehlerkultur: Organisieren Sie Workshops und Schulungen, die Mitarbeiter über die Bedeutung einer konstruktiven Fehlerkultur aufklären. Fördern Sie den offenen Austausch über erfolglose Projekte und die daraus gezogenen Lehren.
  3. Kommunikationsstrukturen etablieren: Legen Sie Kommunikationswege fest, durch die Erfolge und Misserfolge transparent im Unternehmen geteilt werden können. Dies kann über monatliche Berichte oder regelmäßige Team-Meetings geschehen.
  4. Dokumentation zur Pflicht machen: Entwickeln Sie Vorlagen zur systematischen Erfassung und Analyse von Fehlern und den erarbeiteten Lösungen. Stellen Sie sicher, dass alle Teammitglieder diese Prozesse verstehen und einhalten.

Mit diesen Schritten schaffen Sie in kurzer Zeit die Grundlage, um Misserfolge nicht nur schneller zu erkennen, sondern auch produktiv zur Verbesserung Ihrer Innovationsprozesse zu nutzen. So profitieren Sie längerfristig von den Vorteilen einer lernenden Organisation, die sich schnell an veränderte Bedingungen anpassen kann.