Schutz vor Versicherungslücken im KMU-Risikomanagement

Autor: Roman Mayr

Schutz vor Versicherungslücken im KMU-Risikomanagement

Risikomanagement ·

Die Vermeidung von Versicherungslücken im Risikomanagement kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) ist entscheidend, um die finanzielle Stabilität zu gewährleisten und potenzielle Kostenrisiken zu minimieren. Gerade in der Schweiz, wo der Versicherungsschutz eine essenzielle Rolle im betrieblichen Risikomanagement spielt, ist die regelmässige Überprüfung des Versicherungsschutzes von grosser Bedeutung.

Typische Fehler bei der Versicherungsdeckung


  1. Unvollständige Risikoanalyse: Eine der häufigsten Ursachen für Versicherungslücken ist die unvollständige Risikoanalyse. Viele Unternehmen übersehen spezifische Risiken, weil sie sich auf offensichtliche Gefahren konzentrieren und dabei branchenspezifische oder seltene Risiken ausser Acht lassen. Um dies zu korrigieren, sollten Unternehmen eine umfassende Risikoanalyse durchführen, die alle möglichen Bedrohungen identifiziert, einschliesslich solcher, die nicht sofort ersichtlich sind.
  2. Fehlende Aktualisierung von Versicherungsverträgen: Ein weiterer gängiger Fehler ist die Vernachlässigung der regelmässigen Überarbeitung bestehender Versicherungsverträge. Veränderungen im Unternehmensumfeld, wie zum Beispiel eine Erweiterung der Geschäftstätigkeit oder der Zukauf von Anlagen, können dazu führen, dass der aktuelle Versicherungsschutz unzureichend ist. Um dies zu vermeiden, sollten Versicherungsverträge mindestens einmal jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst werden.
  3. Unzureichende Selbstbehalte und Deckungssummen: Viele KMU setzen bei der Wahl von Selbstbehalten und Deckungssummen zu sehr auf Kostensenkung, was im Schadensfall teure Folgen haben kann. Es ist wichtig, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kosten und Risikoschutz zu finden. Eine Korrektur erfordert eine sorgfältige Analyse der potenziellen Schadenshöhen sowie der finanziellen Belastbarkeit des Unternehmens, um geeignete Selbstbehalte und Deckungssummen festzulegen.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Erstellen einer umfassenden Risikoanalyse: Führen Sie in den nächsten zwei Wochen eine detaillierte Risikoanalyse durch, die alle relevanten Bedrohungen und Risiken für Ihr Unternehmen umfasst. Ziehen Sie bei Bedarf externe Fachleute oder Beratung in Betracht, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten.
  2. Überprüfung bestehender Versicherungsverträge: Nehmen Sie sich innerhalb der nächsten 30 Tage die Zeit, alle aktuellen Versicherungsverträge zu prüfen. Achten Sie dabei besonders auf Anpassungen, die seit der letzten Überprüfung im Unternehmen vorgenommen wurden. Bereiten Sie eine Liste von Änderungen vor, die Sie mit Ihrem Versicherungsberater besprechen können.
  3. Festlegung geeigneter Selbstbehalte und Deckungssummen: Analysieren Sie Ihre Finanzen, um die optimale Höhe von Selbstbehalten und Deckungssummen zu bestimmen. Berücksichtigen Sie dabei Ihre Risikobereitschaft und mögliche Schadensszenarien. Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Versicherungsberater, um die Ergebnisse zu besprechen und Anpassungen vorzunehmen.

Durch systematische und regelmässige Überprüfungen sowie Anpassungen lassen sich Versicherungslücken langfristig vermeiden, wodurch die betriebsinterne Risikostrategie nachhaltig gestärkt wird.