
Schweizer KMU: Effizienz durch IT-Beobachtbarkeit
Beobachtbarkeit im Betrieb - Ein unverzichtbarer Baustein für effiziente IT-Umgebungen
Der Alltag in einem KMU wird zunehmend von der IT-Infrastruktur geprägt, deren Zuverlässigkeit und Effizienz von zentraler Bedeutung sind. Beobachtbarkeit im Betrieb ist dabei ein entscheidender Faktor, um diese Ziele zu erreichen. Sie ermöglicht es, den Zustand von Systemen und Anwendungen kontinuierlich zu überwachen, Probleme frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu beheben. Der Kern der Beobachtbarkeit liegt in der Fähigkeit, umfassende Einblicke in die IT-Infrastruktur zu gewinnen und dadurch fundierte Entscheidungen zu treffen.
Typische Fehler und deren Korrektur
Fehler 1: Mangelhafte Datenerfassung
Ein häufiges Problem ist die unzureichende Erfassung von Metriken und Logs. Ohne umfassende Datenbasis ist die Analyse der Systemleistung eingeschränkt, was die frühzeitige Erkennung von Anomalien erschwert. Unternehmen neigen dazu, nur grundlegende Metriken zu sammeln, die keine tieferen Einblicke in komplexe Probleme liefern können.
Korrektur: Die Implementierung eines erweiterten Monitoringsystems, das Metriken, Logs und Traces von diversen Quellen sammelt, ist essenziell. Dazu gehören Metriken wie CPU-Auslastung, RAM-Verbrauch, Netzwerklatenzen sowie detaillierte Logdateien von Anwendungen und Sicherheitssystemen. Unternehmen sollten sicherstellen, dass alle relevanten Datenquellen kontinuierlich erfasst und zentralisiert gespeichert werden.
Fehler 2: Fehlende Kontextualisierung der Daten
Selbst umfangreiche Daten sind nur bedingt nützlich, wenn sie nicht im richtigen Kontext betrachtet werden. Die mangelnde Fähigkeit, Datensilos zu verknüpfen, führt oft zu isolierten Analysen, die das Gesamtbild verfälschen. Infolgedessen werden Ursachen von Problemen möglicherweise nicht korrekt identifiziert.
Korrektur: Ein integriertes Ansatz zur Datenerfassung und -analyse ist erforderlich, um Daten in Kontext zu setzen. Der Einsatz von AIOps-Plattformen kann hier Abhilfe schaffen, die durch maschinelles Lernen Muster erkennen und Korrelationen herstellen. Unternehmen sollten darauf abzielen, Silos zu vermeiden und Systeme zu integrieren, um eine holistische Sicht auf die IT-Landschaft zu ermöglichen.
Fehler 3: Unzureichende Alert-Konfiguration
Ein weiteres häufiges Hindernis ist die ineffiziente oder übermässige Konfiguration von Alarmsystemen. Dies führt entweder zu einer Flut von Fehlalarmen, die leicht übersehen werden können, oder zu kritischen Benachrichtigungen, die überhaupt nicht getriggert werden.
Korrektur: Unternehmen sollten regelmässig ihre Alarmschwellen überprüfen und feinjustieren, um relevante Benachrichtigungen zu gewährleisten. Dies umfasst das Testen und Validieren von Alarmregeln, um sicherzustellen, dass sie präzise und angenessen reagieren. Eine Priorisierung der Alarme nach ihrer Dringlichkeit hilft zudem, wichtige Vorfälle schnell zu adressieren.
Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage
Tag 1–7:
- Durchführung eines Audits der aktuellen Monitoring- und Loggingsysteme, um deren Leistungsfähigkeit und Abdeckung zu bewerten.
- Identifikation und Dokumentation aller potenziellen Datenquellen, die für eine umfassende Beobachtbarkeit relevant sind.
Tag 8–14:
- Auswahl und Implementierung eines geeigneten Monitoringtools oder einer Plattform, falls dies noch nicht vorhanden ist.
- Integration und Zentralisierung der erfassten Datenquellen in das gewählte System zur Verbesserung der Datenkontextualisierung.
Tag 15–21:
- Konfiguration der Alarme und Benachrichtigungssysteme, einschliesslich einer ersten Feinabstimmung der Alarmschwellen nach Wichtigkeit und Dringlichkeit.
- Testen der Alarmmechanismen in einer kontrollierten Umgebung, um deren Wirksamkeit sicherzustellen.
Tag 22–30:
- Einführung von regelmässigen Überprüfungen und Anpassungen der konfigurieren Systeme und Prozesse.
- Schulung der IT-Mitarbeitenden, um sie in der Verwendung des neuen Systems zu befähigen und gemeinsam erste Erfahrungen auszutauschen.
Die konsequente Umsetzung dieser Schritte wird die Beobachtbarkeit im Betrieb signifikant verbessern und dazu beitragen, dass Systeme und Anwendungen stabiler und reaktionsschneller betrieben werden können. So wird nicht nur die IT-Abteilung entlastet, sondern das gesamte Unternehmen profitiert von gesteigerter Effizienz und Zuverlässigkeit.