Selbstbedienung im Business Intelligence Bereich

Autor: Roman Mayr

Selbstbedienung im Business Intelligence Bereich

Business Intelligence ·

Self-Service Business Intelligence: Chancen und Fallstricke

Self-Service Business Intelligence (BI) bietet Mitarbeitenden die Möglichkeit, eigenständig auf Daten zuzugreifen und diese zu analysieren, ohne auf die Unterstützung der IT-Abteilung angewiesen zu sein. Dies fördert nicht nur die Effizienz, sondern unterstützt auch datengestützte Entscheidungen. Dennoch birgt die Einführung von Self-Service BI einige Herausforderungen, die es zu berücksichtigen gilt.

Typische Fehler bei der Einführung von Self-Service BI

Unzureichende Schulung: Einer der häufigsten Fehler bei der Einführung von Self-Service BI ist die Vernachlässigung der angemessenen Schulung der Mitarbeitenden. Ohne ein solides Verständnis der verwendeten Tools und der zugrunde liegenden Daten können Nutzer nur begrenzt von den Vorteilen der Self-Service BI profitieren. Zur Korrektur sollten regelmässige Schulungen und Workshops organisiert werden. Ziel ist es, den Mitarbeitenden nicht nur die technische Handhabung der Tools zu vermitteln, sondern auch das Wissen, um Daten kritisch zu interpretieren und zu hinterfragen.

Keine klare Datenstrategie: Selbst die besten Self-Service BI-Tools sind nutzlos, wenn nicht klar festgelegt ist, welche Daten genutzt werden sollen. Oftmals fehlt eine systematische Datenstrategie, die den Rahmen für Datenzugriff, -qualität und -sicherheit definiert. Um dies zu korrigieren, muss eine klare Daten-Governance etabliert werden, die Standards und Verantwortlichkeiten festlegt. Hierzu sollte man die relevanten Datenquellen identifizieren und einen Plan entwickeln, wie diese gepflegt und aktualisiert werden.

Überforderung durch Tool-Vielfalt: Eine übermässige Vielfalt an BI-Tools kann Mitarbeitende überfordern und effizientere Arbeitsprozesse verhindern. Der richtige Ansatz besteht darin, einige wenige, benutzerfreundliche Werkzeuge auszuwählen, die gut auf den Bedarf der Nutzer abgestimmt sind. Evaluieren Sie regelmässig, welches Tool am besten ankommt und entscheiden Sie sich schliesslich für die geeignetste Lösung, um die Komplexität zu senken.

Handlungsanleitung für die nächsten 14–30 Tage


  1. Bedarfsermittlung und Tool-Auswahl: In den ersten zwei Wochen sollten Sie den spezifischen Bedarf Ihrer Abteilungen evaluieren und eine Liste der geeigneten BI-Tools erstellen. Fokussieren Sie sich dabei auf Benutzerfreundlichkeit und Anpassungsfähigkeit an bestehende Systeme.
  2. Schulungspläne erstellen und Kommunikationskanäle schaffen: Entwickeln Sie basierend auf der Bedarfsermittlung Schulungspläne und initiieren Sie sofortige Massnahmen zur Kompetenzentwicklung. Errichten Sie auch Kommunikationskanäle, über die Mitarbeitende Fragen stellen und Feedback zu den Tools geben können.
  3. Implementierung einer Daten-Governance: Beginnen Sie spätestens in der dritten Woche mit der Etablierung einer strukturierten Datenstrategie. Arbeiten Sie mit Fachabteilungen zur Definition von Datenstandards und legen Sie Verantwortlichkeiten fest.
  4. Testlauf und Feedbackgestaltung: Führen Sie in der letzten Woche des Programms erste Testläufe mit kleineren Teams durch und sammeln Sie umfassendes Feedback. Passen Sie die Systeme und Schulungen auf Basis der Rückmeldungen an und bereiten Sie sich auf eine umfassendere Implementierung vor.

Mit einer durchdachten Herangehensweise kann Self-Service BI zu einem wertvollen Instrument für Schweizer KMU werden, um schneller und effektiver auf die wachsenden Datenanforderungen zu reagieren.